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Apple Music – Ein Überblick

Gestern startete Apple Music, Apples erster richtiger Streaming-Dienst, ich habe die wichtigsten Fakten gesammelt und einige Fragen beantwortet.

Was ist Apple Music?

Die Einleitung gibt zwar schon einen ersten Hinweis darauf, was Apple Music eigentlich ist, für Apple ist der Dienst jedoch weit mehr als reines Streaming. Wie bereits das erste iPhone und die Apple Watch bewirbt Apple den Dienst mit drei Kernfunktionen: Discover, Radio und Connect.

Discover

Will man Apple Music mit Angeboten der Konkurrenz vergleichen, ist Discover der Teil, der sich am meisten mit anderen Streaming-Angeboten vergleichen lässt. Apple Music kann die gesamte lokale Bibliothek und einen Großteil der Musik aus dem iTunes Store durchsuchen und dann einzelne Titel, komplette Alben oder alle Titel eines Künstlers wiedergeben.

Aus den eigenen Titeln und allen online verfügbaren Liedern kann der Nutzer dann eine Sammlung erstellen, die keinen Unterschied zwischen lokal und online macht. Die erstellte Sammlung ist auf allen Geräten, auf denen Apple Music verfügbar ist, synchron und wird über den Dienst abgeglichen. Auf jedem Gerät kann man jedoch selber wählen, welche Lieder, Alben oder Listen heruntergeladen werden und offline verfügbar sind. In dieser Sammlung können Wiedergabelisten erstellt werden, die dann auch an Online-Netzwerke und per iMessage mit Freunden geteilt werden können.

Neben den eigenen Wiedergabelisten bietet Apple auch Listen an, die von Redaktionen erstellt werden. Neben den Listen aus der iTunes-Redaktion kommen solche Listen unter anderem von Shazam und dem Rolling Stone und bieten damit für jeden Bedarf gesammelte Titel zur Wiedergabe.

Die weiteren Vorschläge für neue Titel und Künstler, die basierend auf dem eigenen Geschmack, dem Nutzer gefallen könnten, ergänzt Discover mit einem System, in dem der Nutzer aktiv Interpreten und Genres wählt, die ihm gefallen. Die entsprechende Ansicht zeigt Blasen mit verschiedenen Genres und Künstlern an, die vom Nutzer je nach Gefallen vergrößert werden können, Apple Music baut daraus dann passende Empfehlungen.

Radio

iTunes Radio ist ab heute in seiner bekannten Form offiziell tot und wird komplett in Apple Music integriert, alle bekannten Funktionen bestehen dabei jedoch weiter und werden sogar noch erweitert. Von iTunes Radio bekannt ist die Möglichkeit, eine Radiostation basierend auf einem Interpreten oder einem Titel zu starten, auch das ist bei Apple Music noch möglich. Zusätzlich gibt es jedoch richtige Radiosender, die sich nach Genre gruppieren und dann passende Musik zu einem Anlass spielen.

Ein Alleinstellungsmerkmal von Apple Music ist Beats 1. So nennt Apple den eigenen Radiosender, der 24 Stunden pro Tag, 7 Tage pro Woche mit Moderation und Redaktion auf Sendung ist. Moderiert wird der Sender von Zane Lowe, Ebro Darden und Julie Adenuga, die in London, New York City und Los Angeles sitzen und abwechselnd durch die Sendungen führen. Immer wieder werden Gäste in die Show eingeladen, zum Beispiel bestreitet Eminem das erste Interview mit Zane Lowe.

Apple Music Beats 1

Connect

Nach dem Ping-Desaster vor drei Jahren wagt Apple einen neuen Versuch, ein soziales Musiknetzwerk aufzubauen, Connect geht jedoch einen etwas anderen Weg. Nutzer melden sich, wie generell bei Apple Music, über ihre Apple-ID an und können mit ihrem Account ihren Lieblingskünstlern folgen. Die Künstler teilen über das Netzwerk dann Songschnipsel, Bilder, Videos, Textauszüge und Konzerte und vernetzen sich so mit ihren Fans. Die Follower können zu einem gewissen Grad, durch Likes und Kommentare, mit den Künstlern agieren und auf ihre Beiträge reagieren. Im Gegensatz zu Ping besitzen Nutzer kein eigenes Profil, auf dem sie Inhalte teilen können, sie folgen lediglich ihren Lieblingskünstlern.

Mit Connect will Apple neben dem Musikstreaming den Nutzern einen Mehrwert bieten und ihnen ermöglichen, eine direkte Verbindung zwischen Künstlern und Hörern aufzubauen. Die Idee dahinter ist natürlich, dass Künstler über Connect exklusive Inhalte teilen und Apple Music damit ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Spotify und anderen Konkurrenten hat.

Kann ich Apple Music über Siri steuern?

Ja. Siri kann einzelne Titel, Alben und die Titel eines Künstlers aus Apples Katalog wiedergeben und Titel zur eigenen Sammlung hinzufügen. Außerdem kann man mit Siri ähnliche Lieder spielen und damit eine Radio-Station starten.

Kann ich meine Musik von Apple Music auch offline hören?

Ja. Mit Apple Music können die eigene Sammlung sowie einzelne Alben, Künstler und Wiedergabelisten aus dieser Sammlung lokal gespeichert und dann auch ohne Internetzugang gehört werden.

Apple Music Discover

Auch die Apple Watch kann lokal Playlisten von Apple Music sichern und diese dann ohne Internetverbindung oder Anbindung an ein iPhone wiedergeben, der Sync erfolgt wie gewohnt über die Apple Watch-App auf dem iPhone.

Wie sieht es mit der Integration in andere Systeme und Anwendungen aus?

Unter iOS und auf der Watch ist Apple Music Bestandteil der Musik-Anwendung, unter OS X und Windows ist der Dienst in iTunes integriert. Die Android-App, die im Laufe des Jahres veröffentlicht wird, ist eine eigenständige Anwendung.

Der Lautsprecher-Hersteller Sonos hat außerdem angekündigt, bis Ende des Jahres in Zusammenarbeit mit Apple die Wiedergabe von Apple Music-Inhalten zu unterstützen.

Aktuell gibt es keine Import-Möglichkeit von Spotify und Co., lediglich aus der Beats Music-App können Listen und Titel importiert werden.

In Apple Music integriert sind soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Darüber können Listen und Titel geteilt werden, der Link führt dann direkt in die entsprechende Anwendung zu dem geteilten Inhalt.

Apple Music Geräte

Mit welchen Geräten und Systemen ist Apple Music kompatibel?

Apple Music läuft auf allen iPhones, iPads und iPods mit iOS 8.4 und allen Macs mit OS X 10.10.4 und iTunes 12.2, auch unter Windows wird iTunes 12.2 benötigt. Die Apple Watch braucht kein Update, die Android-Anpassung kommt im Herbst diesen Jahres, eine Webversion gibt es aktuell nicht.

Was sagt die Konkurrenz?

Rdio begrüßt in einem öffentlichen Brief und freut sich über die neuen Idee, Spotify und Pandora haben sich bisher nicht offiziell geäußert.

Was kostet der Dienst?

Die erste drei Testmonate sind für alle Nutzer kostenlos. Danach verlangt Apple für Einzelpersonen 9,99€ pro Monat, Familien, die sich über Family Sharing verbunden haben, zahlen für bis zu sechs Personen 14,99€.

Nach Ablauf der kostenlosen Testphase können alle Nutzer die Connect-Funktionen weiterhin nutzen und über iTunes Radio Musik hören, kostenlose Nutzer können jedoch nur eine begrenzte Zahl von Titeln überspringen.

Was passiert jetzt mit iTunes Match?

Aktuell sieht es so als, dass der Dienst weiterhin parallel existiert, für alle Apple Music-Abonennten sind die Match-Funktionen jedoch auch inklusive. iTunes Match unterscheidet sich vor allem preislich, der Service kostet nur 25€ pro Jahr – Apple Music kostet mehr, bietet aber auch mehr Funktionen.

iOS 9 bringt im Herbst außerdem eine Neuerung für iTunes Match: Das Limit für Titel in der Cloud wird auf 100.000 angehoben, aktuell liegt es bei 25.000.

Kategorie: iOS