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Der Withings Smart Body Analyzer im Test

Withings 3

Die erste Waage, die seit mehreren Jahren meinen Haushalt betritt, ist ein mehr oder weniger intelligentes Gerät, das den etwas sperrigen Namen Withings Smart Body Analyzer trägt. Withings baut verschiedenste Health-Produkte, neben der Waage unter anderem noch den Schlaftracker Aura und ein namenloses Gerät zur Blutdruckmessung – auch eine passende iOS-App, die alle Dienste miteinander verbindet, ist verfügbar.

Die Hardware

Die Einrichtung der Waage erfolgt problemlos und extrem schnell. Sobald man sich in der iPhone-App mit seinem Account angemeldet hat, kann sich per Bluetooth mit der Waage verbinden und dem Assistenten folgen. Zur schnelleren Einrichtung kann man der Waage danach erlauben, sich über das Passwort aus dem iPhone mit einem verfügbaren WLAN-Netz zu verbinden und schon ist das Gerät einsatzbereit. Eine WLAN-Verbindung ist erforderlich, weil die Waage darüber alle Messwerte mit einem Online-Account synchronisiert.

Die Waage selber gibt es in schwarz und weiß, die erste Packung der vier benötigten AAA-Batterien liegt bei der Lieferung bei. Die Glasoberfläche – ich habe die schwarze Version – sieht zwar nett aus, entpuppt sich bereits nach wenigen Tagen jedoch als Staubfänger. Auch Spuren der nackten Füße, die sich dort im Idealfall täglich wiegen, sind deutlich sichtbar und eher unschön. Ich kann mir vorstellen, dass diese Probleme in der weißen Version weniger auftreten, kann das jedoch nicht einschätzen. Sieht man über das Schmutzproblem hinweg, ist die Waage hübsch, unauffällig und im Badezimmer auf jeden Fall ein Hingucker.

Withings Header

Auch die Nutzung ist denkbar einfach: Draufstellen, warten, fertig. Die durchschnittliche Messung der Waage dauert knapp eine Minute, die aktuellen Messwerte werden immer auf dem Display eingeblendet. Die Nutzung mit mehreren Accounts funktioniert vorbildlich, über das Gewicht werden die unterschiedlichen Messwerte den verschiedenen Accounts, die mit einer Waage verknüpft sind, zugeordnet – in den Tests unserer zweiköpfigen Nutzergruppe absolut problemlos. Sollte eine Messung nicht zugeordnet werden können, wird diese in den Anwendungen aller verknüpften Accounts angezeigt und kann von dort einer Person zugeordnet werden. Umständlich ist die Nutzung in verschiedenen WLAN-Netzen, die bei jedem Wechsel eine erneute Einrichtung erfordert, die Waage kann nur ein Netzwerk und ein Passwort speichern. Generell kann die Waage natürlich angezogen benutzt werden, zur Messung der Herzfrequenz muss man jedoch barfuß sein. Ich kann die Herzfrequenz-Messungen der Waage nicht durch ein zweites Gerät auf Richtigkeit überprüfen, mir kommen die Zahlen jedoch immer relativ groß vor. Mein Durchschnitt liegt bei knapp 100 BPM, für simples Stehen und Warten doch ein sehr hoher Puls.

Neben dem Gewicht misst der Smart Body Analyzer auch noch die Herzfrequenz und den Fettanteil des Körpers, aus letzterem berechnet die App dann den Body-Mass-Index des Nutzers. Durch die Online-Anbindung und die ungefähre Kenntnis über den aktuellen Standort bietet die Waage zudem während der Messung einen Blick auf die Wettervorhersage des aktuellen Tages, vor allem bei Gewichtsmessungen am Morgen eine sinnvolle Information. Die Waage bestimmt außerdem jede Stunde den CO2-Gehalt und die Temperatur im Raum und ermittelt daraus die Qualität der Luft – steht die Waage im Badezimmer, sind diese Informationen jedoch eher irrelevant.

Die Software

Der Withings HealthMate versucht alle Informationen, die man über den Gesundheitszustand des Nutzers bekommen kann, unter ein Dach zu bekommen und macht dabei einen ganz guten Job. Das Interface ist ansprechend und mit vielen Graphen versehen, seit 2 Monaten endlich auch für iPhone 6 und 6 Plus optimiert. Die meiste Zeit verbringt man als Nutzer in einer Übersicht, die die Schritte des aktuellen Tages, die letzte Gewichtsmessung und die Luftqualität im Raum anzeigt. Die Timeline der letzten Tage gibt einen guten Überblick über die Aktivität und vor allem Gewichtsmessungen, spart sich jedoch zu viele störende Details.

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Withings spricht sehr schön mit Apples HealthKit und schreibt alle gemessenen Daten in das globalen Silo für Gesundheitsdaten. In der App kann das Wunschgewicht eingestellt und der Fortschritt überwacht werden, die Waage kann auf diese Informationen jedoch nicht zugreifen, eine Anzeige des Fortschritts auf dem Display der Waage wäre allerdings durchaus interessant.

Die Anwendung bietet für Schritte, Gewicht und Luftqualität jeweils einen Graphen an, der die wichtigsten Informationen in eine visuelle Form packt und mir persönlich einen besseren Überblick über meinen Gewichtsverlauf gibt als die bloße Information, wie viel Gewicht ich seit Beginn des Jahres und in der aktuellen Woche zugenommen oder verloren habe.

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Schlusswort

Sowohl der Withings Smart Body Analyzer als auch die passende iOS-App machen einen guten Job. Die Waage wiegt sehr exakt und misst nebenbei noch ein paar andere Dinge, die mehr oder weniger sinnvoll sind, die App visualisiert die gewogenen Daten und zusätzlich noch die Schritte sehr ansprechend. Ich halte die Genauigkeit der Pulsmessung für fraglich, habe dafür jedoch keinen Vergleichswert, sondern nur mein Gefühl. Sehr gelungen ist die Integration von HealthKit, alle Messungen tauchen nur Sekunden danach in Apples Datenbank auf und können von anderen Apps gelesen werden.

Der Smart Body Analyzer kostet bei Withings direkt 149€, Amazon verlangt den gleiche Preis. Die zugehörige iOS-App gibt es kostenlos.

Kategorie: iOS