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An- und ausprobiert: Die Apple Watch

Apple Watch Banner

Die ersten Anprobe-Termine für die Apple Watch konnten ab dem 10. April für den nächsten Store vereinbart werden, am vergangenen Wochenende habe auch ich dann endlich die Zeit gefunden, die Uhr am eigenen Handgelenk auszuprobieren, auf eine Bestellung hatte ich bisher verzichtet. Termine für die Anprobe nimmt Apple online entgegen, der Store in Frankfurt hatte im Terminkalender allerdings noch so viel Freiraum, dass man die Termine auch problemlos vor Ort hätte vereinbaren können. Bei der Online-Reservierung muss nur ausgewählt werden, ob die Aluminium- und Edelstahl-Watch oder die goldene Edition anprobiert werden sollen, Anprobetermine für die Premium-Version gibt es in Deutschland aktuell nur in München und Berlin.

Also Termin gebucht, Tasche gepackt und ab ins Auto. Die Termine lassen sich komfortabel online verschieben, falls man es doch nicht ganz pünktlich in den Store schaffen sollte. Nach der Ankunft meldet man sich im Store bei einem Mitarbeiter, der einen dann möglicherweise noch an einen zweiten Mitarbeiter weiterleitet, von dem man dann begrüßt wird und eine Bestätigung für den Termin bekommt. Kurze Zeit später wird man von seinem persönlichen Betreuer für die nächsten Minuten abgeholt und zu einem Tisch geführt, an dem die Anprobe stattfindet. Auf dem Tisch liegen an den Anprobeplätzen Gummimatten, unter dem Tisch befinden sich Schubladen, die durch Auflegen eines Geräts geöffnet wird und die Uhren mit verschiedenen Armbändern enthält. Ich wurde zwar vor der Anprobe gefragt, welche Geräte ich gerne testen möchte, letztendlich konnte ich dann während des Termins auch noch andere Armbänder ausprobieren und vergleichen.

Die Demogeräte, die man anprobieren kann, werden vor jeder Anprobe von einem Mitarbeiter mit einem Stofftuch gereinigt, das Display erschien mir sehr anfällig für Fingerabdrücke. Die Mitarbeiter können beim Anziehen der Uhren helfen, bei einigen Armbändern mag das durchaus sinnvoll sein (mehr dazu später), danach kann man die Uhr jedoch beliebig oft an- und ausziehen und so die unterschiedlichen Verschlüsse testen. Auf den Geräten, die zur Anprobe zur Verfügung stehen, läuft ein Demovideo, das zwar das Interface der Watch zeigt und verschiedene Funktionen, zum Beispiel die Taptic Engine, demonstriert, Nutzerinteraktionen sind jedoch nicht möglich, das Band läuft nur immer wieder durch und ist auf allen Uhren identisch.

Apple Watch Schublade

Einen Blick auf das richtige Watch OS bietet der Anprobetermin also nicht, dennoch ist er spannend. Apple geht es mit diesen Terminen nicht darum, verschiedene Funktionen der Watch kennenzulernen, das Ziel dieser sehr persönlichen Termine ist die Auswahl der richtigen Band- und Watchkombination. Ich durfte in meinem Termin alle vorhandenen Modelle anprobieren und so nicht nur den Unterschied zwischen 38mm und 42mm oder Edelstahl- und Alu-Watch testen, sondern die Watch auch mit allen verfügbaren Bändern und die Sport-Version den beiden verfügbaren Farben ausprobieren. Sehr positiv war dabei die persönliche Beratung und die entspannte Atmosphäre. Natürlich findet das Gespräch in einer mitunter lauten Umgebung mitten im Store statt, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen oder der Beraterin mit meinen Fragen („Kann ich nochmal die Watch mit dem Gliederband testen?“ „Und jetzt nochmal zum Vergleich die Sport?“) zu nerven, man hat sich die Zeit genommen, um auf meine Fragen und Wünsche einzugehen. Nach der Anprobe hätte ich die Möglichkeit gehabt, direkt im Store eine Uhr zu bestellen, diese hätte ich dann jedoch auch per Post erhalten und es hätte keine Abweichung in der Lieferzeit gegeben, einen Vorteil gegenüber dem Online-Kauf gab es nicht.

Nun ein paar Worte zu den einzelnen Modellen und Bändern:

Sport

Anprobiert habe ich die Apple Watch Sport 38mm in silber und die Watch Sport 42mm in spacegrau. Spacegrau war auch vorher schon meine gewünschte Farbe, die Anprobe hat bestätigt, dass die Farbe dem schwarz des iPhone 5 gleicht – die Watch ist vielleicht minimal heller, einen direkten Vergleich konnte ich nicht machen. Positiv fand ich jedoch auch den Eindruck der silbernen Sport-Version, die keinesfalls so silber erschien wie auf den Marketing-Fotos von Apples Webseite. Das Sportband fühlte sich meiner Meinung nach gut an, so extrem hochwertig wie von John Gruber beschrieben, war es jedoch nicht, dennoch war der erste Eindruck ein positiver. Vom Gewicht her hat die Sport Watch mich überrascht, sie war sehr leicht. Ich trage seit einem Jahr einen Fitnesstracker am Arm und habe davor Uhren getragen, mein Handgelenk ist also eine gewisse Belastung gewohnt. Die Watch Sport wiegt ohne Band 25g (38mm) beziehungsweise 30g (42mm), das Gewicht des Bands dürften mit wenigen Gramm kaum auffallen und ist nicht merklich. Der Clip des Bands ist in Ordnung, einhändig jedoch eher schwer zu bedienen – nach wenigen Tagen kann man ihn mit zwei Händen ziemlich sicher problemlos schließen.

Apple Watch Vergleich

Watch

Auch die Apple Watch habe ich in beiden Größen anprobiert, zur Auswahl stand hier jedoch nur eine Farbe, silber. Die schwarze Watch war zwar in einer Vitrine zu sehen, eine Probemodell stand jedoch nicht bereit. Auch hier war das silber deutlich weniger glänzend und aufdringlich als in den Online-Fotos, insgesamt habe ich den Bildschirmrand aller Modelle als sehr klein und angenehm unauffällig empfunden. Die Watch fiel, egal mit welchem Armband, deutlich mehr ins Gewicht. Das Edelstahl-Modell wiegt 40g (38mm) beziehungsweise 50g (42mm), bei dem großen Modell ist das fast das doppelte Gewicht der Sport-Version. Obwohl mir das Gewicht aufgefallen ist und im ersten Moment ungewohnt erschien, glaube ich durchaus, dass man sich auch als Nicht-Uhrenträger nach einer oder zwei Wochen daran gewöhnt hat. Die Uhr war nicht zu schwer, sie war nur schwerer – ein entscheidender Unterschied.

Insgesamt waren beide Versionen deutlich schlanker als erwartet. Wahrscheinlich sind die Marketing-Fotos bereits optimiert, dennoch wirkt die Uhr auf Fotos ohne Arm klobig und dick. Am Arm hatte ich dieses Gefühl überhaupt nicht mehr, die Watch war überraschend schlank. Auch die Beule auf der Rückseite fällt am Handgelenk überhaupt nicht auf, die Anprobe konnte meinen Eindruck vom Design also deutlich verbessern.

Die Bänder

Das Sportband habe ich oben bereits beschrieben, ich durfte zudem auch alle anderen verfügbaren Bänder testen, meine Gedanken dazu nun im Schnelldurchlauf:

  • Milanese Loop: Obwohl mir das Band auf Online-Fotos zu glänzend erschien, ist es nach der Anprobe mein Favorit für ein zweites Band. Durch die vielen Glieder der Kette schmiegt es sich dem Arm optimal an, der Verschluss ist durch einen Magnet stufenlos verstellbar und damit für Arme aller Größen geeignet. Einzelpreis: 169€.
  • Klassisches Lederarmband: Ich bin kein Fan von Lederarmbändern, allein deshalb konnte mich das klassische Band nicht begeistern. Das Armband fühlt sich wertig an und liegt gut am Arm, der Verschluss wirkte auf mich jedoch etwas fiddelig und damit ähnlich gewöhnungsbedürftig wie der des Sportbands. Einzelpreis: 169€.
  • Loop-Lederarmband: Das Loop-Band fühlt sich weniger nach Leder an, weil für die Halterung unter einen dünnen Lederschicht eben noch Magneten verbaut sind. Auch für dieses Band gilt, dass ich kein Fan von Lederbändern bin und das Band durch die Magneten nicht unbedingt weniger wertig, auf jeden Fall aber weniger wie Leder anfühlt. Einzelpreis: 169€.
  • Gliederarmband: Natürlich habe ich mir während der beiden Keynotes überlegt, welches Band mein Favorit ist, die größte Begeisterung konnte ich dabei für das Gliederarmband aufbringen, vor allem bevor mir der Preis bekannt war. Das Band fühlt sich sehr hochwertig an, wird komplett in Augsburg produziert und wiegt alleine gefühlt so viel wie die Watch. Interessant ist der Verschluss, der zu beiden Seiten aufklappt und mir persönlich, wie die meisten anderen Verschlüsse eben auch, gewöhnungsbedürftig erschien, der Mechanismus wirkte jedoch sehr durchdacht und rundete das Gesamtpaket sinnvoll ab. Einzelpreis: 499€.

Weitere Fotos von dem Ausflug finden sich auf Flickr.

Kategorie: Allgemein