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Apple Watch-Interview III: Markus Müller-Simhofer von MindNode

Über MindNode habe ich vor ziemlich genau drei Jahren bereits geschrieben, der Entwickler Markus Müller-Simhofer bestreitet nun den dritte Teil der WatchKit-Interviews. Vielen Dank, Markus!

Du bist Entwickler und möchtest dich beteiligen? Einfach eine Mail an AppTestsss at gmail.com, ich freue mich über jede Zuschrift!

Kannst du dich und deine App bitte kurz vorstellen?

Ich bin der Gründer und Hauptentwickler von IdeasOnCanvas, einer kleinen Softwareschmiede aus Wien. Unser erstes und bisher einziges Produkt ist MindNode – eine sehr intuitive Mind Mapping Anwendung für iOS und Mac. MindNode entstand vor fast sieben Jahren aus dem Wunsch heraus eine kleine und simple Mind Mapping Lösung für meinen eigenen Gebrauch zu entwickeln. Anfangs gab es MindNode nur für den Mac, später kam eine iOS und heuer die Apple Watch Version hinzu.

Was waren deine erste Gedanken als die Apple Watch im vergangenen Jahr zum ersten Mal gezeigt wurde?

Mich fasziniert schon sehr lange die Idee vom Quantified Self. Ich habe vor einiger Zeit den Jawbone Up! und den Fitbit Flex probiert, aber wirklich überzeugen konnte mich bisher noch kein Gerät. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen an die Apple Watch und hier hat Apple positiv überrascht. Die Apple Watch ist ein gutes Produkt mit Potential geworden. Ich bin schon sehr auf die weitere Entwicklung gespannt.

MindNode Watch II

Wie bist du bei der Anpassung deiner App für die Watch vorgegangen? Hattest du direkt ein Konzept vor Augen oder hast du ausprobiert?

Ich war sehr lange nicht sicher ob wir MindNode überhaupt auf die Apple Watch bringen können. Es gab die Idee einer Schnelleingabe-Funktion (die Möglichkeit über ein einfaches Interface Informationen einer bestimmten Mind Map hinzuzufügen) oder die Mind Map als eine Outline Repräsentation anzuzeigen. Über die Weihnachtsfeiertage habe ich probiert die Outline Idee umzusetzen und damals ist in Ansätzen die heutige App entstanden.

Kannst du ungefähr sagen, wie lange du an der Apple Watch-Anpassung deiner App gearbeitet hast?

Das ist wirklich sehr schwer zu sagen. Seit Weihnachten haben wir immer wieder an der App gearbeitet. Besonders das Outline Design ging durch sehr viele Änderungen und das hat dann doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen.

Wie schwer ist es, für ein Gerät zu entwicklen, das man noch nie wirklich in der Hand hatte? Wie realitätsnah schätzt du die Tests im Simulator ein?

Die Anpassung an das iPad 1 vor einigen Jahren war schon recht kompliziert. Zumindest kannte man damals schon die Interaktion mit einer Touchscreen UI vom iPhone und viel Bedienelement waren gleich. Die Ausgangslage ist bei der Apple Watch ganz anders. Die UI ist ganz neu und die Interfaceparadigmen kennt man nur von Videos. Auch kann man nicht einschätzen wie sich die Digitale Krone auf die Interaktion auswirkt. Solche Dinge kann man im Simulator leider nur ungenügend testen.

Die Funktionen von WatchKit sind in der aktuellen Version sehr limitiert. Hättest du dir mehr gewünscht? Welche Funktionen fehlen dir ganz besonders?

Für eine erste Version ist das WatchKit SDK schon sehr umfangreich. Bei der Vorstellung hätte ich für die erste Version nur Mitteilungen und Glances erwartet. Dennoch gibt es ein paar Bereiche in denen wir uns Verbesserungen wünschen würden. Besonders fehlt uns die Möglichkeit Information von Listen nach Bedarf bereitzustellen und die Listenzellen ohne Abstand aneinander zu heften. Das sorgt für die unglücklichen Abstände in unserem Design. Es wäre auch schön wenn man etwas mehr Freiheit bei Gesten hätte (z.B. Pull to Refresh) aber das folgt sicherlich noch.

Welche Funktionen der iOS-App bringt MindNode auf die Apple Watch?

Die erste Version von MindNode für die Apple Watch konzentriert sich auf die Anzeige der Mind Map als eine hierarchische Outline. Man kann den Baum navigieren und sich zu jedem Knoten weiterführende Informationen wie Bilder und Notizen ansehen.

MindNode Watch I

MindNode ist eine sehr komplexe App mit vielen Funktionen. Wie hast du entschieden, welche Funktionen du auf der Watch veröffentlichst und welche du herauslässt?

Nachdem die iOS Version bereits über eine Outline Ansicht verfügt, war das erste Ziel diese Outline auf die Uhr zu portieren. Wegen den begrenzenden Möglichkeiten des SDKs war es leider nicht möglich das Design komplett zu übernehmen und ein paar wenige Funktionen mussten wir auslassen um die Interaktion einfacher zu gestalten.

Für viele Apps könnten native Watch-Apps extrem sinnvoll sein, bei MindNode erscheint eine Kopplung mit der iPhone-App jedoch sinnvoll, da die Bearbeitung von Mindmaps auf der Watch eher weniger sinnvoll erscheint. Würdest du dir trotzdem native Watch-Apps wünschen und MindNode eventuell sogar als native App veröffentlichen?

Das sehe ich sehr ähnlich. Im Moment ist die Uhr eine wirklich gute Möglichkeit die Mind Map schnell zu navigieren. Zum Beispiel verwende ich Mind Maps sehr gerne für Einkaufslisten und Todo-Listen. Diese kann ich sehr einfach auf der Watch navigieren. Theoretisch wäre das Erstellen von neuen Knoten und Notizen schon mit dem aktuellen SDK möglich, aber ich sehe das nicht als häufigen Anwendungsfall.

Die Apple Watch ist ein Gerät der kurzen Interaktionen. Wie genau versucht deine App diese schnellen Wege umzusetzen und dem Nutzer einen Mehrwert zu bieten?

Die App ist mit Absicht sehr einfach gehalten. Als Benutzer möchte man zum Beispiel nicht lange nach dem gewünschten Dokument suchen, sondern meist einfach nur das zuletzt bearbeitete Dokument öffnen. Deswegen sind am Startbildschirm die zehn zuletzt geöffneten Dokumente aufgelistet.

Liefert deine App neben einer „normalen“ Watch-App noch einen Glance oder eine Benachrichtigung?

Im Moment planen wir keine Unterstützung von Glances oder Benachrichtigungen.

Ein Blick in die Zukunft: Wir kaufen bald die erste Generation der Apple Watch. Welches Potential siehst du und welche Funktionen wünschst du dir für die Zukunft? (Bezogen auf WatchKit und Hardware)

Die aktuelle Version ist ein klassisches erste Generation Apple Produkt. Die Funktionen sind solide, die Verarbeitung ist erstklassig und die Interaktion wohl durchdacht. Durch den relativ grossen zeitlichen Abstand zwischen Vorstellung und Verkauf, erwarte ich besonders von der zweiten Generation grosse Verbesserung an der Hardware. Gerade bei den Sensoren und der Betriebsdauer gibt es noch viel Potential für Verbesserungen.

Auf Softwareseite erhoffe ich mir durch ein neues SDK merklich schnellere Ladezeiten und mehr Kontrolle bei Übergängen. Gerade auf einem so kleinen Bildschirm sind gute Animationen bei Übergängen sehr hilfreich beim Interaktionsdesign.

Zu guter Letzt: Welche Watch (in Kombination mit welchem Band) kaufst du?

Vom Aussehen würde ich ein 42mm Apple Watch Stainless Steel mit Stainless Steel Link Bracelet wählen, aber nachdem ich noch nicht abschätzen kann ob ich sie wirklich verwenden werde, tendiere ich derzeit zu einer 42mm Apple Watch Sport mit schwarzem Sports Band.

Kategorie: Apple Watch

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