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Für den kabellosen Musikkonsum: Jabra Sport Rox Wireless

Jabra Rox Titelbild

Seit über einem Jahr habe ich fast ausschließlich kabellose Kopfhörer verwendet – genauer: Meine Sennheiser PX 210 BT. Die Kopfhörer haben einen guten Klang, verbinden sich über Bluetooth (2.0) zuverlässig mit meinen Geräten und lassen sich sehr gut tragen. Vor allem für den Sport war ich nun auf der Suche nach schlankeren In-Ear-Kopfhörern mit Bluetooth 4.0, fündig geworden bin ich bei den Jabra Sport Rox Wireless.

Design und Funktion

An das Design meiner Kopfhörer habe ich keinen besonders hohen Anspruch, deutlich wichtiger ist mir ein guter Tragekomfort, nicht selten sitze ich mit den Kopfhörern stundenlang im Zug oder am Schreibtisch; dort brauche ich angenehme Kopfhörer, die nicht drücken oder durch hohes Gewicht negativ auffallen. Die Sport Rox machen hier ein Spagat zwischen Akkulaufzeit und möglichst leichter, schlanker Bauweise. Das Design ist okay, die Knubbel der Kopfhörer sind verglichen mit kabelgebundenen Lösungen deutlich dicker, dennoch sehen die Kopfhörer relativ gut aus, das Design ist auf jeden Fall nicht störend. Die Bauweise ist natürlich mit normalen In-Ear-Kopfhörern nicht vergleichbar, da in den Rox Sport auch noch der Akku und die Bauteile für die Bluetooth-Verbindung untergebracht werden müssen.

Ich finde die Kopfhörer sehr schwer, weshalb ich teilweise kleinere Probleme damit hatte, diese optimal im Ohr zu befestigen, außerdem brauchte ich viele Anläufe, bis ich die richtigen Stöpsel und Earwings, kleine Halterungen zur Stabilisierung der Kopfhörer im Ohr, gefunden hatte. Ich empfehle jedem Nutzer, sich diese Zeit zu nehmen, da rutschende und wackelnde Kopfhörer sehr störend sind. Eine Nutzung der Kopfhörer ohne EarWings war bei normalen Bewegungen bedingt möglich, Joggen ohne die Zusatzhalterungen war jedoch überhaupt nicht möglich, den einzigen dieser Versuche habe ich nach einem Kilometer beendet.

Jabra Rox I

Im linken Kopfhörer befindet sich eine Micro-USB-Anschluss, über den die Kopfhörer geladen werden, ein entsprechendes Kabel ist, ohne Netzteil, im Lieferumfang enthalten. Eine Ladung hielt für mich bei dauerhafter Benutzung vier bis fünf Stunden, das Aufladen von 0 auf 100 dauerte in meinen Tests knapp zwei Stunden. Während des Ladevorgangs zeigt eine LED am linken Ohrstück den Status an, sobald diese von rot auf grün wechselt, ist der Kopfhörer fertig aufgeladen. Klickt man die beiden magnetischen Metallrückseiten der Kopfhörer zusammen, schalten diese sich in einen Standby-Zustand, der ihre Verbindung zum iPhone löst und damit bei beiden Geräten Akku spart. Der Akkuverbrauch des iPhones wich bei dauerhafter Nutzung der Rox Sport kaum vom normalen Verbrauch bei der Wiedergabe von iPod- oder Spotify-Musik ab, generell zieht eine genutzte Bluetooth-Verbindung natürlich ein wenig Akku.

Die Verbindung zwischen iPhone und Kopfhörer ist sehr zuverlässig, komplette Abrisse hatte ich in meinen Tests keine. Ich habe mir angewöhnt, vor dem Joggen mein iPhone auf einen Schrank zu legen, bevor ich mir im Nebenraum meine Schuhe und meine Jacke anziehe. Die Kopfhörer hielten bei dem kleinen Ausflug ohne iPhone problemlos die Verbindung, erst wenn man sich zwei oder drei Räume vom iPhone entfernt, beginnt die Verbindung abgehakt zu werden, bei einem Stockwerk Entfernung bricht die Verbindung irgendwann ab.

An dem Verbindungskabel der beiden Kopfhörer ist auf der rechten Seite, eine Fernbedienung platziert die ähnliche Funktionen wie die des iPhones bietet, dabei jedoch auf andere Klicks reagiert. Musik lässt sich pausieren und starten, die Lautstärke lässt sich erhöhen und verringern, Titel lassen sich überspringen – erweiterte Funktionen sind in der Anleitung der Kopfhörer zu finden. Bei Fragen ist das kleine Heft, das den Kopfhörern beiliegt, generell eine gute Anlaufstelle, dort finden sich Antworten auf fast alle Fragen.

Neben den Jabra Rox Sport Wireless bietet der Hersteller auch eine Version ohne die Sport-Bezeichnung an, die gut fünfzig Euro weniger kostet und sich in der Bauweise nur minimal von dem Sport-Bruder unterscheidet. Die normale Version ist nur in schwarz erhältlich, die Sport sind ausschließlich in weiß verfügbar, die Sport kommen mit etwas anderen Eargels und Earwings, die für den Sporteinsatz optimiert wurden. Außerdem ist im Lieferumfang der Rox Sport ein Neopren-Armgurt für Handys im Lieferumfang enthalten, das iPhone 6 fasst dieser gerade so, da ich diese Gurte jedoch generell nicht nutze, habe ich nicht getestet, wie gut dieser wirklich ist, die Standard Rox kommen mit einer Tasche zur Aufbewahrung. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal beider Geräte ist der Schutz vor Spritzwasser; die Standard Rox sind nur mit IP53 ausgezeichnet, die Rox Sport besitzen IP54, was zusätzlich gegen Schmutz, Schweiß und Strahlwasser schützt und die Kopfhörer damit für nahezu sämtliche Sportarten eignet.

Jabra Rox IIKlang

Wichtig bei Kopfhörern ist, neben dem Tragekomfort, der Klang. Die Musik, die ich mit den Rox Sport konsumiert habe, zieht sich durch sämtliche Genres, zur Referenz meiner Tests diente unter anderem Cashing Yesterday von Noel Gallagher, In Schwarz von Kraftklub und einige Klassik-Listen auf Spotify. Insgesamt bin ich mit dem Klang der Kopfhörer zufrieden, nicht mehr und nicht weniger. Durch die verschiedenen Einsatzgebiete in meinem Alltag – Schreibtisch, unterwegs, beim Sport – nutze ich die Kopfhörer in unterschiedlichsten Umgebungssituationen. Beim Joggen ist mir die Wiedergabe von Höhen und Tiefen nicht so wichtig wie am Schreibtisch, im Zug ist mir die Abschirmung gegenüber Außengeräuschen wichtiger als perfekter Klang. Außerdem muss natürlich bedacht werden, dass das Empfinden von Klangqualität objektiv ist, ich bin kein Musiker und meine Ohren nicht besonders geschult.

Insgesamt finde ich den Klang der Rox Sport ausgewogen, Höhen klingen meiner Meinung nach etwas blechern, Bässe sind sehr satt. Positiv aufgefallen ist mir vor allem die Geräuschdämmung, die vor allem im Zug kaum Geräusche von umsitzenden Leuten ans Ohr lässt und damit ihren Zweck optimal erfüllt. Hat man die perfekte Kombinationen aus Stöpseln und EarWings gefunden, sitzen diese sehr eng im Ohr und lassen deswegen keine Geräusche mehr in den Gehörgang.

 

App

Jabra bietet neben den Kopfhörern auch noch eine Jabra Rox App an, die ich in diesem Bericht unerwähnt gelassen hätte, wenn sie mir nicht so negativ aufgefallen wäre. Der kostenlose Download war eine reine Katastrophe. Die App weder für das größere Display von iPhone 6 und 6 Plus noch für das flachere Design von iOS 7 und aufwärts optimiert. Beim ersten Start fragt ein Dialog nach der Seriennummer der Kopfhörer, Informationen dazu, wo man diesen finden soll, gibt es keinerlei. Die Übersetzung der Software wurde definitiv mit Google Translate vorgenommen, kein einziger Satz, der mir über den Weg gelaufen ist, war korrekt übersetzt. Die App bietet einige grundlegende Funktionen, um die Musik für die Kopfhörer zu optimieren, die Unterschiede sind jedoch minimal und die Nutzung der grandios verbockten App nicht wert. Sollte Jabra an dieser Stelle nachbessern, widme ich mich der Software gerne erneut und kann mich vielleicht sogar über die kleinen Verbesserungen für die Klang freuen, so hat die – mir mit den Kopfhörern empfohlene – Software den Eindruck der Kopfhörer eher verschlechtert als verbessert.Rox App

Schlusswort

Die Jabra Rox Sport Wireless sind gute Kopfhörer, die durch ihre Bluetooth-Verbindung selbstverständlich Kompromisse bezüglich Design eingehen müssen, dennoch aber relativ angenehm zu tragen sind und einen guten Klang liefern. Extrem enttäuschend war die passende App, die meinen sehr positiven Eindruck von den Kopfhörern etwas geschmälert hat. Für 130€ sind die Rox Sport natürlich nicht günstig, für rund 80€ bieten die Standard Rox ähnliche Funktionen für deutlich weniger Geld, von den Funktionen und dem Klang dürfte bei den beiden Modellen kein Unterschied bestehen.

Kategorie: iOS
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