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iOS 8 im Detail: HomeKit

HomeKit Header

iOS 8 steht an, entsprechend ist auch hier eine Berichterstattung fällig und angebracht. Bevor es am Mittwoch allerdings mit dem richtigen Release und dazu einem großen Artikel losgeht, habe ich mich in diesem Jahr dazu entschieden, zwei Frameworks, die sowohl für Entwickler als auch für Nutzer sehr interessant sind, ein wenig genauer zu beschreiben. Der Hintergrund dazu ist, dass ich den Artikel zu iOS 8 nicht noch länger machen möchte, die beiden Frameworks jedoch eine längere Abhandlung verdient haben. Ich beginne diese kurze Reihe mit HomeKit, Teil 2 behandelt dann HealthKit.

Bereits vor der WWDC gab es Gerüchte rund um eine Smart Home-Lösung von Apple, die sich im Nachhinein durchaus als korrekt herausgestellt haben. In der WWDC-Keynote fand HomeKit nur eine sehr kurze Erwähnung, Federighi handelte das Framework in nur 87 Sekunden ab, nichtsdestotrotz ist es einen genaueren Blick wert, weil es einen großen Einfluss auf die Zukunft der Heim-Automatisierung haben kann, wenn es von Hard- und Software-Entwicklern entsprechend angenommen und genutzt wird.

Kurz zusammengefasst stellt HomeKit für Entwickler eine lokale Plattform dar, auf der verschiedenste Geräte gespeichert und kontrolliert werden können. Entwickler haben dann die Wahl, welche der hinterlegten Geräte sie ansteuern und verwenden wollen und können alle anderen Geräte ignorieren, müssen sich aber nicht mit dem komplizierten Setup herumplagen und können vor allem auch Geräte anderer Hersteller kontrollieren, die das Protokoll implementiert haben.

HomeKit Devices

Ein Haus, verschiedene Zonen, viele Räume und noch mehr Geräte

iOS 8 liefert standardmäßig keine Home-App mit, die sich der Steuerung und Kontrolle der verfügbaren Geräte annimmt, Apple setzt hierbei komplett auf Entwickler und deren Umsetzung des vorgegebenen Protokolls und der APIs. Das Grundgerüst von HomeKit bilden verschiedene Stufen, auf denen Geräte organisiert werden können. Apple bietet Entwicklern die Möglichkeit, Geräte in Häuser, Zonen und Räume zu organisieren und diese dann entsprechend pro Raum anzusteuern, Inhalt dieser Kategorien sind immer ein oder mehrere Geräte, die entsprechend zugeteilt werden können. Während die meisten Nutzer nur ein Haus besitzen, ist zum Beispiel auch eine Unterteilung in Zuhause und Büro möglich, wenn an beiden Orten steuerbare Geräte vorhanden sind. Ein Haus kann zudem mehrere Zonen enthalten, wobei diese eine optionale Organisationsstufe sind, einer Zone oder einem Haus können – auch optional – mehrere Räume zugeordnet werden, die dann wiederum einzelne Geräte enthalten.

Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel: In einem Einfamilienhaus mit zwei Etagen befinden sich – auf beiden Etagen verteilt – in vier Räumen Smart-Home-Geräte, die in HomeKit hinterlegt werden sollen, um sie über das iPhone steuern zu können. Über eine entsprechende App (im Moment rein fiktional) erstellt man dann ein neues Haus und (optional) zwei Zonen – 1. Etage und Erdgeschoss – und in der entsprechenden Zone jeweils die gewünschten Räume – zum Beispiel Küche, Bad, Schlafzimmer und Arbeitszimmer – und fügt den Räumen dann die dort vorhandenen Geräte hinzu.

HomeKit Beispiel

Jedes Accessory, egal ob es einem Raum oder einer Zone zugeordnet oder ungeordnet in der Datenbank liegt, besteht aus verschiedenen Zuständen und Aktionen. Apps können über HomeKit eine Aktion anstoßen und damit einen Zustand ändern. Eine Lampe könnte zum Beispiel die Zustände an und aus haben und als Aktion an-/ausschalten besitzen. Eine App startet diese Aktion, die Lampe schaut, welcher Zustand aktuell vorhanden ist und ändert diesen, schaltet sich also an oder aus. Ein anderes Beispiel wäre ein Garagentor: Entweder ist das Tor geöffnet oder geschlossen, mögliche Zustände sind als offen oder geschlossen und als Aktion ist öffnen/schließen vorhanden. Erneut schickt die App per HomeKit einen Befehl an das Tor, der die einzige mögliche Aktion ausführt und das Tor entweder öffnet oder schließt.

Siri

Bei der Erstellung von Häusern, Zonen und Räumen muss darauf geachtet werden – wenn die App das nicht kontrolliert, bekommt sie vom System einen Fehler zurück -, dass für die drei Klassen eindeutige Namen verwendet werden, es können also keine zwei Häuser mit dem Namen Home oder in einem Haus zwei Zonen mit der Bezeichnung Oben existieren. Hintergrund dafür ist, dass gewisse Funktionen von HomeKit auch per Siri gesteuert werden können und Befehle wie Schalte die Lichter zuhause an oder Schalte das Licht im Keller aus eindeutig einer Zone oder einem Haus zugeordnet werden müssen, um Verwechslungen zu vermeiden.

HomeKit Features

Da Apple die möglichen Funktionen und Zustände der HomeKit-kompatiblen Geräte sehr genau vorgibt, ist eine Steuerung per Siri ohne Probleme möglich. Hat man in einem Haus ein Garagentor eingerichtet, kann man dieses per Siri öffnen oder im Keller das Licht anschalten, ohne auch nur einen einzigen Knopf zu betätigen oder eine App zu öffnen.

Die Siri-Integration in HomeKit wird erst möglich, da Apple mit dem Framework einen zentralen Platz bietet, an dem alle Home-Automation-Apps ihre Daten und Geräte ablegen können und der dann entsprechend von Siri (und auch allen Apps, die HomeKit integrieren) gelesen werden kann.

HomeKit Privacy

Privacy

Mit HomeKit wagt Apple sich auf ein gefährliches Gebiet, immerhin sind die verbundenen Geräte bisweilen extrem wichtig und für die Sicherheit des eigenen Hauses zuständig. Nutzt man zum Beispiel ein HomeKit-kompatibles Türschloss, wäre es mehr als ungünstig, wenn dieses Schloss sich ohne eigenes Zutun oder in ungünstigen Situationen – womöglich noch durch einen Angriff eines Fremden – öffnen ließe. Auch Apple hat diese Brisanz der HomeKit-Daten erkannt und vorgesorgt:

Wie bei dem Zugriff auf alle wichtigen Daten, muss der Nutzer den ersten Zugang einer App zu den gespeicherten HomeKit-Daten mit dem bekannten Dialog erlauben, in den Einstellungen kann einer App der entsprechende Zugang auch nachträglich noch untersagt werden.

Des Weiteren können HomeKit-Funktionen nur ausgeführt werden, wenn die entsprechende App sich im Vordergrund befindet, es sei denn, sie erstellt zuvor – während sie im Vordergrund ist – einen Task, der dann zu einer bestimmten Zeit ausgeführt wird. Eine App kann zum Beispiel das Ausschalten der Lampen im oberen Stockwerk für 22 Uhr automatisch einstellen und muss sich dann zu dem Zeitpunkt nicht im Vordergrund befinden, damit die Aktion durchgeführt werden kann, letztendlich wird diese Aktion dann aber von HomeKit selber und nicht von der App ausgeführt. Apple unterbindet damit, dass Apps – ohne Eingabe des Nutzers – eine Aktion durchführen, die der Nutzer eventuell nicht gewünscht hat. Diese Einschränkung ist relativ groß, weil sie eben auch verhindert, dass Apps im Hintergrund bei bestimmten Ereignissen bestimmte Aktionen durchführen (denkbar wäre das Blinken einer Lampe beim Empfang einer neuen Mail), trotzdem ist sie nur konsequent, weil damit sehr wirkungsvoll ein Missbrauch des HomeKit-Protokolls verhindert wird.

Zudem schreibt Apple den Apps vor, dass Daten zu Häusern, Geräten etc. nicht in einer lokalen Datenbank gespeichert werden, sondern bei jeder Nutzung der App neu aus der HomeKit-Datenbank abgefragt werden. Umgesetzt wird das dadurch, dass Daten, die eine App theoretisch natürlich in einer Datenbank speichern könnte, nicht mehr zur Interaktion mit dem entsprechenden Gerät genutzt werden können, da sie nicht mehr die Verbindung zu dem Objekt in der HomeKit-Datenbank haben, eine andere Option als erneutes Anfragen der entsprechenden Daten gibt es für Entwickler nicht.

HomeKit Partners

Schlusswort

HomeKit kann groß werden und die Möglichkeiten von Home-Automation deutlich erweitern und sie iPhone-Nutzern vor allem einfach zugänglich machen. Mit dem Framework bietet Apple Entwicklern die Grundlage, die Umsetzung überlässt man aktuell aber komplett Hard- und Software-Entwicklern, aus dem eigenen Haus liefert man weder eine App noch Hardware, die mit HomeKit verwendet werden kann. Es wird sehr spannend, welche Zubehörteile und welche passenden Apps sich zum iOS 8-Start und danach finden und vor allem sinnvoll verwenden lassen.

Kategorie: iOS

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