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Drei Führerschein-Theorie-Apps im Test

Nicht wenige Leser dieses Blogs dürften entweder bereits in Besitz eines Führerscheins sein oder im Moment an dem Erwerb einer Fahrlizenz arbeiten oder das für die – teilweise nahe – Zukunft planen. Dieser Artikel richtet sich hauptsächlich an die zweite Gruppe, er behandelt iOS-Apps, die ich für die Vorbereitung meiner theoretischen Prüfung verwendet und dabei ausgiebig getestet habe.

Die Auswahl der Apps, die ich für das Training der theoretischen Prüfung genutzt habe, fiel wahllos, eine Suche im App Store brachte einige Ergebnisse, aus denen ich dann die – vermeintlich – besten Ergebnisse herausgesucht habe. In die finale Auswahl kamen so, neben der Fahrschulcard, die ich von der Fahrschule bekommen habe, iTheorie (0,89€) und Pocket Fahrschule (19,99€).

fahrschul-apps

Fahrschulcard

Ein Interface-Designer ist an dem Entwickler der Fahrschuldcard-App mit Sicherheit nicht verloren gegangen. Die App sieht weder sonderlich gut aus, noch ist die Gestaltung der App durchdacht und an den meisten Stellen zu kompliziert, abgesehen vom Interface können sich die Funktionen der App aber durchaus sehen lassen.

Der Frust mit undurchdachten Interfaces beginnt direkt nach dem Download aus dem App Store, von Haus aus gibt es nur eine kostenlose Testversion mit eingeschränkten Funktionen, hat man von der Fahrschule jedoch einen Zugang erhalten, kann man sich damit anmelden und alle Funktionen der App nutzen. Zu diesen Funktionen gehören Vorprüfungen, Fragen nach Kategorie und Testbögen. Hat man einen Großteil der Fragen beantwortet, wird vor allem die Liste mit den Fragen interessant, die man noch nicht oder zuletzt falsch beantwortet hat. Dadurch erlaubt die App, einen guten Überblick über die Fragen zu behalten und so sicher gehen zu können, alle Fragen mindestens einmal gesehen zu haben, bevor man zur Prüfung antritt.

Die Fahrschulcard-App bietet auch die Möglichkeit, sich einen Graphen mit den letzten Ergebnissen der Prüfungen einblenden zu lassen und anhand dieser dann, von einem mittelmäßig cleveren Algorithmus, mitgeteilt zu bekommen, ob man bereits prüfungsreif ist. Auch hier ist die Aufmachung der Seite mit den Ergebnissen eher lieblos und wenig ansprechend, vor allem habe ich persönlich es als nicht ganz praxisnah befunden, den Lernstatus hauptsächlich anhand der Zahl der korrekt beantworteten Fragen, zu beurteilen, es gibt einerseits noch anders Apps und vor allem Papierbögen, auf den geübt werden kann, andererseits bin ich, wenn ich in der App zwar nur die Hälfte aller Fragen richtig beantwortet haben, in den letzten zehn Testbögen aber keinen Fehlerpunkt hatte, durchaus auch prüfungsreif. Auch wenn die Beurteilung in der App für einen Zwischenstand nützlich sein kann, zählt nicht zuletzt aber immer die eigene Einschätzung und die des Fahrlehrers.

Sehr positiv ist an der Fahrschulcard, dass die Ergebnisse über den Webdienst synchronisiert werden und so auf allen Geräten zur Verfügung stehen. Beantwortet man auf dem iPhone also eine Prüfung mit 0 Fehlerpunkten, fließt diese auch auf dem iPad in die Statistik ein. Zusätzlich gibt es im Internet eine Webseite, auf der Fragebögen beantwortet werden können, die anderen beiden Kandidaten sind eigenständige iOS-Apps ohne jeglichen Sync.

iTheorie

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iTheorie ist aktuell die einzige App, die bereits eine, zudem relativ liebevolle, iOS 7-Anpassung erhalten hat. Die App sieht nun also gut aus und hat auch inhaltlich einiges zu bieten. Im Testfeld ist sie die einzige, die zu den Fragen noch Erklärungen mitliefert. Hat man also eine Frage beantwortet – egal ob richtig oder falsch – wird unter den Antworten eine Erklärung eingeblendet, die das Thema der Frage und die richtigen Antworten detailliert und verständlich darstellt. Während des Lernens hat sich diese Funktion für mich als sehr hilfreich erwiesen, weil falsche Fragen nicht einfach als falsch abgetan wurden, sondern der Fehler erklärt wurde.

Das Hauptmenü der App besteht aus den verschiedenen Kategorien, in denen die einzelnen Fragen, ähnlich wie in den beiden anderen Apps, eingeteilt werden. Wählt man eine dieser Kategorien aus, landet man direkt in der Fragerunde der entsprechenden Fragen – eine ganz ungünstige Angewohnheit der App. Die Kategorie Gefahrenlehre besteht im Grundwissen aus über 140 Fragen. Möchte man also nun die drei Fragen, die bisher unbeantwortet sind, beantworten oder ansehen, ist das nicht möglich, die App zeigt direkt die Abfrage an.

Sehr gelungen ist vor allem der Prüfungsmodus der App. Als einzige der drei Apps bietet iTheorie zwar nicht die Möglichkeit, das offizielle Prüfungslayout des TÜV zu verwenden, in iTheorie gibt es stattdessen aber sehr detaillierte Statistiken über den Verlauf der letzten Prüfungen, der auch in einem netten Graphen eingesehen werden kann. Außerdem ist iTheorie die einzige der drei Apps, die das Game Center integriert und damit einen zusätzlichen Anreiz schafft, die anstehende Prüfung vorzubereiten, indem für bestimmte Aufgaben Erfolge verteilt werden. Außerdem wird nach jeder Prüfung aus benötigter Zeit und erreichten Punkten ein Punktescore errechnet, der, zusätzlich zu den Fehlerpunkten und bestanden oder nicht bestanden, eine Aussage über den Erfolg der Prüfung treffen kann. Dieser Score wird direkt nach Beenden einer Prüfung an das Game Center geschickt und dort auf einer Tages-, Monats- und Jahresliste eingereiht und kann so mit anderen Nutzern der App verglichen.

Wie die beiden anderen Apps ist iTheorie auch für das iPad optimiert, dabei haben die Entwickler sich jedoch kein komplett neues Interface überlegt, das zusätzlichen Platz sinnvoll ausnutzt, sondern sie beschränken sich darauf, die iPhone-App auf den größeren Bildschirm zu skalieren, dementsprechend falsch wirken riesige Antworten der einzelnen Fragen und die Tatsache, dass trotz verfügbarer 10 Zoll, für die Erklärung durch eine Liste von Fragen mit unpassend großer Schrift gescrollt werden muss.

Pocket Fahrschule

pocket-fahrschule

Einen Großteil der Übungen habe ich in Pocket Fahrschule absolviert und dort alle Fragen mindestens ein mal beantwortet, in den anderen Apps habe ich weniger Zeit mit den Fragen, dafür etwas mehr mit den Prüfungen, verbracht. Beim ersten Start wird man in Pocket Fahrschule gefragt, welche Führerscheinklasse man machen möchte (B ist der normale Autoführerschein, A das Motorrad, etc). Standardmäßig wählt die App B aus, in den Einstellungen kann jedoch auch eine andere Klasse gewählt werden. Wichtig ist diese Einstellung, da die Fragen je nach Klasse variieren können und man immer nur mit dem passenden Fragenkatalog lernen sollte, um ideal auf die Prüfung vorbereitet zu sein.

Vom Interface her war Pocket Fahrschule – abgesehen von der immer noch fehlenden iOS 7-Anpassung – für mich die ansprechendste App, die Elemente wirken durchdacht und sinnvoll platziert und können relativ intuitiv genutzt werden. Nett ist auch die Darstellung eines Benzinkanisters auf der Startseite der App, der den aktuellen Fortschritt der Fragen zeigt und sich nach und nach mit grünen und roten Teilen füllt. Die App läuft sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad, eine iOS 7-Anpassung fehlt im Moment, immerhin präsentiert sich das Icon auf dem Homescreen seit einiger Zeit ohne Verlauf und etwas flacher, fällt dort also nicht mehr zu negativ auf.

Der Prüfungsbildschirm ergibt vor allem auf dem iPad Sinn und sieht dort besonders gut aus, funktioniert aber auch auf dem kleineren Bildschirm gut. Neben einer grafischen Darstellung der Fehlerpunkte der letzten Prüfungen kann jede Prüfung auch nochmal einzeln aufgerufen werden, um die Fragen zu sehen und so die gemachten Fehler erneut anzuschauen und daraus lernen zu können.

Die Pocket Fahrschule bietet außerdem Zugang zu den sogenannten Extras, die die wichtigsten Formeln, ein PDF mit der kompletten Straßenverkehrsordnung und Informationen zu den Verkehrszeichen bereithalten und so nochmal einen guten und kompakten Überblick über die wichtigsten Fragen, die eventuell beim Lernen auftreten, geben.

Schlusswort

Jede der getesteten Apps hat Vor- und Nachteile, ich persönlich fand die Aufmachung der Fahrschulcard-App nicht ansprechend, dafür hat sie viele Funktionen und vor allem einen Sync zwischen verschiedenen Plattformen sowie ein Webinterface. iTheorie und Pocket Fahrschule gefallen vom Interface her besser, synchronisieren aber leider gar nicht, nicht mal über iCloud zwischen verschiedenen iOS-Geräten. Den Großteil meiner privaten Lerneinheiten habe ich mit Pocket Fahrschule absolviert, hauptsächlich, weil die App einfach zu benutzen war und gut funktioniert hat, für den Preis von 19,99€ ist die App aber mit Sicherheit kein Schnäppchen, iTheorie erfüllt für deutlich weniger Geld den gleichen Zweck.

Kategorie: iOS

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