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OS X Mavericks

OS X Mavericks

Einer Dekade von Raubkatzen folgt nun ein Abschnitt der US-Westküste, Apples neue OS X-Version, die am Dienstag in den Mac App Store kam, nennt sich OS X 10.9 Mavericks. Die ganz großen Neuerungen bleiben aus, die Stärke des Updates steckt vor allem in Details und unter der Haube des Systems.

Mavericks - iBooks

iBooks

Eine der großen Neuerungen ist iBooks. Nachdem die erste Version von Apples Lese-App vor gut drei Jahren zusammen mit dem iPad veröffentlicht wurde, das iPhone dann ein paar Monate später folgte, erreicht iBooks nun auch den Mac. Die OS X-Version bietet Anbindung an iCloud- und den iBooks Store, kann aber vor allem auch über den Finder mit neuen Büchern gefüllt werden.

Lesen auf dem Mac ist trotz iBooks weiterhin eher okay als toll, das iPad oder den Kindle würde ich meinem MacBook immer vorziehen. Interessant ist iBooks für Mac aber vor allem für iBooks Author-Bücher. Alle Bücher, die aktuell auf dem iPad verfügbar sind, können nun auch auf dem Mac gelesen und bearbeitet werden, Apple erschließt damit eine komplett neue Zielgruppe für die interaktiven Bücher.

Die Umsetzung der OS X-Version von iBooks ist aber weiterhin eher halbherzig. Man adaptiert das iPad-Interface nahezu komplett, entfernt aber hölzerne Bücherregale und setzt stattdessen auf schlichte, graue Hintergründe, wie sie auch in anderen Mac-Apps Einzug erhalten. Neue oder zusätzliche Funktionen vermisst man komplett, die Mac-Version zielt darauf ab, den Mac zu einem Lesegerät zu machen, will dabei aber keine Innovation darstellen, sondern nur Vorhandenes vom iPad übernehmen. Trotzdem ist die App kostenlos und wird direkt mit dem neuen System mitgeliefert, wer iBooks Author-Publikationen mag oder auf dem Mac viele, digitale Fachbücher benötigt, sollte nach dem Update zumindest einen kurzen Blick auf iBooks werfen.

Mavericks - Karten

Karten

Eine weitere, komplett neue Mac-App ist Apples Desktop-Version der hauseigenen Karten. Der Dienst erhielt zum Start vor gut einem Jahr eine Menge Kritik, vor allem die Abdeckung war extrem problematisch, mittlerweile sind die größten Fehler jedoch behoben, kleinere Unstimmigkeiten werden immer wieder im Hintergrund ausgebessert. Entsprechend gut funktioniert auch die Karten-App auf dem Mac. Mit weichen Pinch-Gesten kann durch die Karten navigiert werden, durch auf- oder abwärts Wischen mit zwei Fingern wird die Karte gekippt, durch Klicken und Ziehen kann man durch die Karte navigieren.

Auch wenn die Karten an manchen Stellen noch an Qualität mangeln, ist die Qualität der Mac App nicht zu verachten. Die Karten fliegen flüssig und ohne Probleme über den Bildschirm, 3D-Gebäude lassen sich problemlos anzeigen und umkurven. Auch die Flyover-Abdeckung hat Apple in den vergangenen Monaten ausgeweitet, so kann nun auf dem großen Bildschirm auch der Eiffelturm in 3D und mit vielen Details bestaunt werden.

MapKit

Auch für Entwickler gibt es eine nette Neuerung: Ähnlich wie iOS verfügt OS X jetzt über eine MapKit-API, mit der Karten in die eigene Applikation eingebunden werden kann. Die Schnittstellen für Entwickler sind dabei fast identisch zu denen unter iOS, zusätzlich gibt es aber noch die Möglichkeit, die Steuerelemente auf der Karte ein- und auszublenden.

Mavericks - Maps - Send to iOS

An iOS senden

Ein Mac ist im Auto als Navigationsgerät eher unpraktisch und klobig, ganz im Gegensatz zu iPhones und iPads. Möchte man trotzdem seine Route auf dem Mac planen, weil der größere Bildschirm das deutlich erleichtert, kann man diese dann über einen Apple-internen Push an ein iOS-Gerät versenden. Die Verbindung zwischen iPhone und Mac erfolgt dabei über die eigene Apple-ID.

Besitzt man also einen Mac und ein iPhone, die mit der gleichen Apple-ID angemeldet sind, kann die Route auf dem Mac geplant und dann über den „Teilen“-Pfeil an das iPhone gesendet werden. Dort trifft dann eine Push-Nachricht ein, die per Antippen die Karten-App startet und dort die entsprechende Navigation aufruft.

Eine ähnliche Möglichkeit fehlt unter iOS bisher, es wäre jedoch auch hier sinnvoll, erstellte Routen vom iPad an das iPhone senden zu können.

iCloud-Sync

Auch auf dem Mac ist es möglich, neue Lesezeichen zu erstellen und Orte damit für spätere Suchen zu speichern. Diese neuen Lesezeichen sind jedoch dann nicht auf dem Mac, sondern synchronisieren sich über iCloud mit anderen iOS-Geräten und sind dann auf allen Geräten eines Accounts zugänglich. Der Sync erfolgt natürlich auch in die andere Richtung, erstellt man also auf dem iPhone ein Lesezeichen, synchronisiert sich diese Markierung auch an iPads und Macs.

Kalender

Mit iOS 7 erhielt die Kalender-App eine große Überarbeitung und war quasi nicht mehr wiederzuerkennen, einen ähnlichen Prozess durchläuft die App mit Mavericks auch auf dem Mac. Sie verliert sämtliche Leder-Elemente und wird schlicht grau, erhält aber auch einige neue Funktionen.

Karten-Integration

Wie oben bereits erwähnt kommt mit der Karten-App auch MapKit auf den Mac, Apples Kalender-App setzt diese neue Schnittstelle auch direkt ein. Ordnet man einem neuen Event einen Ort zu, kann dieser einfach auf einer Karte gewählt und so deutlich einfacher hinzugefügt werden.

Der Kalender kann auf Wunsch auch die Reisezeit zu dem aktuellen Ereignis mit einbeziehen und die Erinnerung dann basierend auf dieser Zeit und nicht auf dem eigentlichen Beginn des Ereignisses eintragen. Der entsprechende Reminder synchronisiert sich auch mit den iOS-Geräten und klingelt dort zur ausgewählten Zeit (zum Beispiel 10 Minuten vor Abfahrt).

Mavericks - Kalender

(Auf dem Screenshot fehlt die Karte, OS X wollte sie nicht abbilden, für Lösungsvorschläge bin ich offen.)

Wetter + Zeit

Ordnet man in 10.9 einem Ereignis auch noch eine Ort zu, kann der Kalender auch direkt eine Aussage über die aktuellen Wetterbedingungen vor Ort geben. In der Detail-Ansicht des Ereignisses zeigt die App dann die aktuelle Temperatur und die Wetterverhältnisse, also Regen, Sonne, Schnee, etc. an.

Benachrichtigungen

Schnelles Antworten

Mavericks - Quick Reply

Aus statischen Bannern werden unter OS X Mavericks interaktive Hinweise, auf die direkt reagiert werden kann. Aktuell integrieren Apple Apps wie iMessages und Mail die neue Funktion bereits, auch Skype hat in einem der letzten Updates Unterstützung für schnelle Antworten auf Benachrichtigungen bekommen.

Mavericks - Notification Center

Notification Center und Lockscreen

Auch die Zentrale für Benachrichtigungen erhält ein Update. Sie verliert sämtliches Leinen und bekommt einen Shortcut, über den eine neue Nachricht erstellt und versendet werden kann, für Konversationen, die nicht unbedingt über die, unbestritten langsame, Messages-App laufen müssen.

Außerdem bringt Mavericks eine Locksreen-ähnliche Einrichtung auf den Mac. Ist der Mac gesperrt oder im Ruhezustand und erhält währenddessen Benachrichtigungen, werden diese in einer Liste gesammelt und dann nach dem Beenden des Standby-Modus auf dem Bildschirm präsentiert, auf dem auch die Passworteingabe getätigt wird.

Mavericks - Auto-Updates

Auto-Updates

Mit OS X Mavericks kommen automatische Updates für App Store Apps auch auf den Desktop. Im Klartext: Apps aktualisieren sich automatisch und ohne den Nutzer vorher darüber zu informieren oder zu fragen, eine Benachrichtigung über ein durchgeführtes Update erfolgt erst danach, entweder auf dem Lockscreen oder als Banner im laufenden System.

Multi-Displays

Seltsamerweise benötigte Apple zehn große OS X-Releases, um festzustellen, dass es Nutzer zu geben scheint, die mehr als ein Display am Mac benutzen. Mavericks nimmt sich diesem Problem nun an und macht die Sache relativ gut. Mit 10.9 wird es endlich möglich, eine Fullscreen-App auf einem Bildschirm zu starten und auf dem anderen Bildschirm nicht etwa unnützes Leinen, sondern einen anderen Schreibtisch oder andere Apps zu nutzen. Außerdem können Schreibtische und Apps, egal ob Fullscreen oder Fenster, nun problemlos zwischen mehreren Bildschirmen verschoben werden, bisher endeten ähnliche Versuche in seltsamen Animationen des Betriebssystems, nicht jedoch mit dem gewünschten Ergebnis.

Finder

Der Dateimanager unter OS X fühlte sich in den letzten großen Updates weitestgehend unberührt und unverändert an, mit Mavericks bekommt er jedoch zwei große neue Funktionen, die die Arbeit damit deutlich erleichtern.

Mavericks - Finder - Tabs

Tabs

Bisher konnte ein Finder-Fenster jeweils nur eine Darstellung aufnehmen und diese anzeigen, mit Mavericks können in einem Fenster mehrere Tabs angezeigt und verwaltet werden. Es kann zwar weiterhin in einem Fenster jeweils nur ein Tab zur gleichen Zeit angezeigt werden, zwischen den einzelnen Tabs kann dank Bar am oberen Fensterrand leicht gewechselt werden. Außerdem ist es möglich, Dateien und Ordner zwischen Tabs hin- und herzuschieben. Hat man also in einem Tab die Downloads geöffnet, kann man in dem anderen Tab zum Beispiel einen Unterordner der eigenen Dokumente öffnen und eine Datei aus Downloads dann in diesen anderen Ordner schieben, ohne zwei Fenster öffnen zu müssen.

Mavericks - Finder - Tags

Tags

Außerdem neu sind Tags. Damit können Ordnern oder einzelnen Dateien Schlagwörter zugeordnet werden. Tags sind nahtlos in die Seitenleiste und den Speichern-Dialog des Systems integriert und können so schnell und einfach verwendet werden. Jeder Tag hat eine Farbe, die die Identifikation noch leichter macht und so die Navigation durch die Liste der Schlagwörter zusätzlich vereinfacht.

Speichert man eine Datei, befindet sich in dem entsprechenden Dialog nun neben dem Eingabefeld für den Dateinamen und dem Auswahlfeld für den Speicherort noch ein drittes Feld, in das Tags für die Datei eingeben werden können. Bei der Eingabe macht das System automatisch Vorschläge aus der Liste der bestehenden Tags, es können aber auch neue Tags erstellt werden.

Mavericks - Save - Tags

Im Finder befindet sich in der Sidebar nun auch eine Übersicht über die wichtigsten Tags (Kriterium ist hier die Nutzungshäufigkeit der einzelnen Schlagwörter). Durch Auswahl eines Tags werden alle Dateien und Ordner angezeigt, die mit diesem Schlagwort versehen sind, egal, auf welcher Festplatte oder in welchem Ordner sie liegen. So kann man blitzschnell einen Überblick über alle Dokumente, die als wichtig markiert sind, erhalten und diese dann entsprechend weiter verarbeiten oder ansehen.

Tags unterstützen und verbessern außerdem die Suche. Tippt man unter Mavericks in das Suchfeld ein Stichwort ein, dass auch als Tag existiert, schlägt das System automatisch vor, die Suche nach dem Tag durchzuführen. So können zum Beispiel einzelne Ordner nach Dateien mit einem bestimmten Tag durchsucht werden, oder der gesamte Mac nach Dateien, die mit mehreren Tags versehen sind, gefiltert werden.

Tags lassen sich im Finder-Fenster auch über die obere Menüleiste zuordnen. Dort befindet sich ein Tag-Symbol, das per Klick ein Menü präsentiert, über das allen ausgewählten Dateien und Ordnern ein oder mehrere Tags zugeordnet werden können.

Safari

Mit OS X Mavericks kommt auch Safari 7.0. Trotz großem Versionssprung kümmert sich die neue Version nicht so sehr um ihre Oberfläche, sondern setzt den Fokus aus Geschwindigkeit und einige kleinere Neuerungen.

Shared Links

Wie auch der iOS 7-Safari zeigt der Browser unter OS X 10.9 in der Sidebar Links an, die Freunde aktuell auf Twitter oder LinkedIn teilen. Damit ersetzt der Browser keinesfalls den Twitter-Client auf dem Mac, bietet aber eine gute Möglichkeit, direkt im Browser neuen Lesestoff zu entdecken.

Weniger Flash

Das Safari-Update findet endlich einen sinnvollen Weg, Flash-Banner aus dem Browser zu verbannen und spielt dieser erst ab, wenn sie vom Nutzer aktiv angeklickt werden, vorher wird nur ein Standbild angezeigt.

Power und Akku

OS X Mavericks kümmert sich vor allem aber um Geschwindigkeit des Systems und bringt dafür einige neue Technologien mit sich, die den Alltag deutlich entspannter gestalten.

Vorweg: Ich bin kein Informatiker, die folgenden Berichte versuchen nur, vorhandene Informationen auf verständliche Informationen herunterzubrechen. Sollten sich Fehler einschleichen, freue ich mich über Kommentare und Hinweise zu falschen Aussagen.

Timer Coalescing und Compressed Memory

Statt viele kleine Prozessor-Befehle auszuführen, fast Mavericks die Operationen zusammen und entlastet damit den Prozessor häufiger. In anderen Worten: Statt den Prozessor ständig für kleinere Aufgaben zu wecken und dadurch Akku zu verbrauchen, weckt Mavericks den Prozessor seltener und fasst dann mehrere Aufgaben in eine Operation zusammen. Dadurch arbeitet der Prozessor seltener, was den Akku entlastet und dem Prozessor im Normalbetrieb etwas mehr Power für andere Aufgaben gibt.

Ähnlich geht Mavericks auch mit dem RAM vor. Erreicht das System das Limit des eingebauten Arbeitsspeichers, werden Daten von inaktiven Apps zusammengefasst, damit können speicherhungrige Apps im Vordergrund schneller laufen, ohne den Akku zusätzlich zu belasten.

Mavericks - Aktivitätsanzeige

App Nap

OS X Mavericks bringt einen weiteren Weg mit sich, wie die Batterie entlastet werden kann, wenn nur eine App im Vordergrund läuft. Statt dann, wie üblich, die Hintergrund-Apps mit voller Power weiterlaufen zu lassen, versetzt Mavericks diese in einen Energiespar-Modus, in dem die Rechenaufgaben auf eine Minimum heruntergefahren werden. Damit hat der Prozessor weniger mit Apps zu tun, die im Moment nicht benutzt werden und kann so entweder mit weniger Power laufen, weil er weniger rechnen muss, oder kann mehr Power für das aktuelle Vordergrundprogramm aufwenden und damit dort für mehr Geschwindigkeit sorgen.

Entwickler können App Nap in Xcode für ihre App aktivieren oder deaktivieren, Apps, die auch im Hintergrund laufen müssen, können das also weiterhin problemlos tun.

Akkulaufzeit

Durch oben genannte Technologien kümmert sich Mavericks nicht nur im die Geschwindigkeit des Systems, sondern auch um die Akkulaufzeit der mobilen Endgeräte, die für Apple einen Großteil der Mac-Verkäufe darstellt. Genau Testwerte konnte ich während meiner Beta-Testphase nicht ermitteln, da die Bedingungen nicht realitätsnah waren (System auf einer externen Festplatte, Nutzung nur selten und ausschließlich auf dem Schreibtisch).

Mavericks - App Store

Preis und Verfügbarkeit

OS X Mavericks ist ab sofort kostenlos im Mac App Store zu haben, der Download ist 5,2 Gigabyte groß.

Kategorie: News

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