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Ideen zu neuer Dateiverwaltung unter iOS 7

Decades of computing have shown that the filesystem is the single most complicated aspect of managing documents for the majority of users.

[…]

iCloud’s promise is powerful, and file management should be easier, but “Open In” is not the solution.

Federico Viticci, MacStories.net

Vier Tage vor Beginn der WWDC möchte ich einen Punkt aus meiner iOS 7-Wunschliste erneut aufgreifen: Die Dateiverwaltung unter iOS und das Potential, das ich für iOS 7 dort sehe. Warum genau diesen Punkt und keinen der anderen? Dateiverwaltung ist in der aktuellen Form, meiner Meinung nach, nicht mehr unbedingt zeitgemäß und könnte überarbeitet werden. In der Wunschliste hatte ich bereits den MacStories-Artikel „Open In Is Not The Solution“ verlinkt, dieser bringt zumindest das Problem sehr gut auf den Punkt. Anhand eines Fotos erklärt Kollege Viticci dort sehr treffend, wie aus einem Bild ganz schnell vier verschiedene Dateien auf unterschiedlichen Geräten werden, die nicht mehr vernünftig synchronisiert werden können. Ähnlich ergeht es mir mit geschriebenen Texten. In letzter Zeit schreibe ich viele Artikel als Markdown auf dem iPad, je nach Bedarf und Zeit jedoch in unterschiedlichen Apps. Der Austausch meines Textes erfolgt im besten Fall noch per Dropbox, in den meisten Fällen jedoch über „Open In“. Das Ergebnis: Ein Text liegt in drei Apps in drei unterschiedlichen Versionen vor, ein Abgleich ist unmöglich. Schreibe ich beim nächsten Mal in der falschen App an einer alten Version weiter habe ich ein Problem, da eine Version dann den Anfang und den Mittelteil, die andere aber das Ende enthält, der Abgleich wird noch schwerer.

Ergebnis meiner Überlegungen zu dem Thema war, dass iOS einen öffentlichen Ablageplatz für Dateien benötigt, auf den alle Apps zugreifen und vor allem schreiben können. Sobald ich also beginne einen Text zu schreiben, wird dieser, auf Wunsch, nicht mehr in der App, sondern an einem „öffentlichen“ (sprich: systemweit-zugänglichen) Ort abgelegt. Nachdem der Nutzer einer App erlaubt hat, auf diesen Ort und Dateien in diesem Ort zuzugreifen, kann die App alle Dateien im öffentlichen „Hub“ (so nenne ich diesen Ort im Rest des Artikels) einsehen und bearbeiten. So könnte dann App 1 ihren Filter über ein Foto legen und App 2 dieses Foto beschneiden oder mit Twitter/ Facebook/ Flickr teilen, dabei würde jedoch nur ein Foto existieren, keine drei (Original, gefiltert, beschnitten). Auch bei Texten wäre es ähnlich. Meine .md-Datei liegt im „Hub“, in App 1 schreibe ich den ersten Entwurf, in App 2 füge ich Bilder hinzu und in App 1 überarbeite ich den Text nochmal, dabei existiert eine Datei, in die alle Apps schreiben.

Ähnlich ist es bereits bei Kontakten und Kalender. Über die entsprechende API kann eine App auf meine Kontakte zugreifen und diese auch ändern, die Änderungen werden jedoch auch automatisch in den Haupt-Kontakt geschrieben und bleiben nicht nur der App vorbehalten (Das ist der allgemeine Fall, Ausnahmen bestätigen die Regel). Unter iOS 7 könnte es also eine File-API geben, mit der Dateien aus dem öffentlichen Storage gelesen und bearbeitet werden können, danach jedoch auch dort wieder gespeichert und so von anderen Apps verwendet werden können.

Sync mit OS X und mehreren Geräten

Mit iCloud hat Apple bereits eine Technologie, die, theoretisch, Dateien magisch zwischen mehreren Geräten synchronisieren kann. Genutzt wird diese Technik bereits vom Finder unter OS X, der ausgewählte Dateien in ein schwarzes Loch schickt, da sie nur auf anderen Macs im Finder auftauchen, ein Sync mit iOS-Geräten jedoch unmöglich ist. Genau hier greift die „Hub“-Idee. Der OS X Finder synct ab iOS 7 und OS X 10.9 direkt mit dem iOS „Hub“. Meine Markdown-Datei landet dann nicht nur auf meinem iPad und kann dort von mehreren Apps bearbeitet werden, sie kann auch auf dem Mac und dem iPhone angezeigt und bearbeitet werden. Trotzdem liegt sie immer nur in einer Version vor, die auf allen Plattformen mit allen Apps gleich ist und immer synchronisiert wird. Ein Traum für alle Blogger und Personen, die auf mehreren Geräten eine Datei benötigen, Dropbox hätte für mich in den meisten Fällen ausgedient.

Braucht iOS dazu einen Finder in App-Form?

Ein klares Jain. Einerseits funktionieren sämtliche API-Zugriff natürlich unter der Haube und, im Idealfall, so, dass der Nutzer nichts davon mitbekommt. Trotzdem ist die Frage, welche Rechte man einer App gibt, wenn man ihr den File-Zugriff erteilt. Darf die App auch Dateien löschen? Wahrscheinlich schon, aber damit wäre die Datei dann ja wirklich weg und nicht in einer älteren Version in einer anderen App gesichert, es gibt ja nur noch eine Version. Eine App zur Verwaltung der Dateien im „Hub“ wäre also nicht schlecht, dadurch könnten auch Ordner erstellt und Dateien besser organisiert werden. Eine App und damit die Einführung von Dateiverwaltung, die iOS seit Start gekonnt umgeht, birgt jedoch auch Risiken. Dateisysteme am Computer sind kompliziert und bringen Nutzer zum verzweifeln, ähnliches würde unter iOS wohl auch passieren. Hier müsste Apple also abwägen. Will man dem Nutzer möglichst große Kontrolle und damit verbunden das Organisieren und Verschieben von Dateien ermöglichen, oder will man iOS weiterhin einfach halten und die Dateien damit ohne Nutzeroberfläche und separate App und damit alle auf einer Ebene im „Hub“ organisieren? Lange würde es nicht dauern, bis ein findiger Entwickler eine App baut, die alle Dateien anzeigen und löschen kann und damit diese „Pro-User“-Funktionalität nachrüstet, dem normalen Nutzer aber das Kämpfen mit Dateien erspart.

Instashare für iOS

Passed wäre eine Lösung in Art des Finders auch für AirDrop, das von 9to5mac in Spiel gebracht wird. In diesem Fall sehe ich dafür zwei Möglichkeiten, je nach dem, wie Apple die Umsetzung vorsieht. Entweder tritt AirDrop im iOS-Finder anstelle von iCloud und stellt damit den einzigen Weg Dateien zwischen Mac und iOS-Geräten zu teilen oder AirDrop ist der bevorzugte Weg Dateien mit Freunden zu teilen, eigene Dateien sollen jedoch über iCloud synchronisiert werden. Das einzige Problem mit AirDrop wäre jedoch, dass dann auf unterschiedlichen Geräten unterschiedliche Versionen einer Datei existieren würden, ein Problem, das ich versucht habe zu lösen. Eine Hybrid-Lösung aus iCloud für kleine, eigene Dateien, die synchroniert werden sollen und AirDrop für große Dateien, auch von anderen Personen, die nur selten in unterschiedlichen Versionen vorliegen.

So viel zu meinen Ideen und Wünschen für bessere Dateiverwaltung unter iOS. Für konstruktive Kritik und andere Meinungen bin ich immer offen, am besten nutzt ihr dazu die Kommentare oder meldet euch bei Twitter oder Tent bei mir, dann können wir gerne darüber diskutieren.

Kategorie: News

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