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Mailbox macht Mails zu Aufgaben

Mailbox Später

Mailbox ist neu. Mailbox ist anders. Mailbox ist exklusiv. Das sind, in Kurzform, meine Gedanken nach sieben Tagen mit Mailbox. Vor allem neu ist die Umwandlung von Mails zu Aufgaben mit dem Tagesziel „Inbox Zero“, die den Alltag mit dem Mail-Eingang deutlich erleichtert.

Mailbox macht viel anders. Unter anderem auch den Registrierungsprozess, mit dem die App freigeschaltet wird. Statt die Nutzer alle in einem Schwung auf den Push-Server loszulassen müssen neue Interessenten sich an einer virtuellen Schlange anstellen und sich dort langsam vorarbeiten. Vorteil: Bei Problemen kann die Registrierung für ein paar Stunden eingestellt werden, um nicht noch mehr kaputt zu machen und das Problem zu lösen. Nachteil: Neue Nutzer müssen mehrere Tage stehend in der Schlange verbringen, um Zugang zu der App zu bekommen. Der Rollout erfolgt dabei jedoch exponentiell, mit jedem erfolgreichem Tag werden täglich mehr Nutzer freigeschaltet. Wie lange die App jedoch brauchen wird, nachdem in der vergangenen Woche „nur 150.000“ Nutzer zugelassen wurden, ist mir genauso unklar wie der Zeitraum, bis die App ohne Warteschlange genutzt werden kann.

Mailbox I

We’ve come to believe email is here to stay. And while we can’t get away from it, we can change how we interact with it. We can put email in its place.

via Mailbox Story

Um das Tagesziel Inbox Zero zu erreichen, bietet Mailbox unterschiedliche Möglichkeiten: Die offensichtlichste und auch die, die als Lösung am meisten gewünscht ist, ist es, Mails als „erledigt“ zu markieren. Damit verschwindet die gesamte Konversation, die an der Mail dranhängt, ein für alle mal aus dem Postfach und landet im benachbarten Posteingang mit abgehakten Mails. Dieser ist über die obere Navigationsleiste per Klick auf den Haken zugänglich. Abgehakt werden Mails mit einer kurzen Wischgeste nach rechts, der Teil links der Mail wird dann grün und die Mail verschwindet aus dem Eingang. Eine andere Möglichkeit, um Mails aus dem Posteingang zu verbannen ist, sie zu löschen. Dazu wischt man lange nach rechts, der Teil links der Mail färbt sich rot und sie landet im Müll. Aufrufbar ist dieser, wie auch alle anderen Postfächer, die Mailbox zur Organisation benutzt, in der linken Navigationsleiste. Eine weitere Möglichkeit, Mails zumindest vorübergehend aus dem Posteingang zu verschieben und später zu erledigen ist ein kurzer Wisch nach links nötig. In dem folgenden Pop-Up kann der Zeitpunkt gewählt werden, zu dem die Mail erneut auftauchen soll. Möchte man eine Mail in eine Liste verschieben und damit zum Beispiel einem Einkaufszettel zuordnen, wischt man lange nach Links und wählt im anschließenden Pop-Up die entsprechende Liste aus.

Die ganze Sortierung mag für Außenstehende erstmal etwas kompliziert klingen, die Hinweise beim ersten Start der App und die Nutzung im Alltag machen sie nach wenigen Stunden aber verständlich und lässt sie sehr innovativ erscheinen. Trotzdem verzichtet Mailbox nicht auf die Standard-Funktionalitäten einer jeden Mail-App: Man kann neue Mails verfassen und die erhaltenen Mails in einer angenehmen Konversations-Ansicht anzeigen und beantworten. Ist das Ziel erreicht und der Eingang vorübergehend leer, zeigt Mailbox ein nettes Bild an und lässt die freudige Nachricht mit Freunden auf Twitter und Facebook teilen.

Mailbox Alle

Möchte man sämtliche Mails aus dem Eingang oder eine anderen Liste mit einem Status (erledigt, gelöscht, verschoben) versehen, bewegt man sich an das Ende der Liste und wischt mit der Leiste, die die aktuelle Zahl der Mails in dem Postfach zeigt, in die entsprechende Richtung.

Mailbox Schreiben

Mailbox arbeitet zur Synchronisation der Mails mit einem eigenen Server. Aktuell unterstützt die App nur Gmail-Accounts, in Zukunft sollen jedoch weitere Dienste folgen. Sehr gut gefällt mir, dass die Mails mich über Push-Nachrichten über aktuelle Geschehnisse in meinem Posteingang auf dem Laufenden hält. Pushs werden einerseits versendet, wenn neue Mails empfangen werden, als Nutzer wird man aber auch darüber informiert, wenn eine Mail, die auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde, fällig ist und wieder im Eingang wartet. Zur Anzeige des aktuellen Status während einer Synchronisation nutzt Mailbox die Statusbar des iPhones, eine Funktion, die sich die Gmail-App mit dem letzten Update auf Wunsch Apples abgewöhnte.

Mailbox Push

Fazit:

Ich mag Mailbox. Obwohl es noch genug Personen geben dürfte, die in der Warteschlange stehen und die App noch nicht nutzen können, kann ich sie nur empfehlen. Das Konzept erfordert zwar etwas Einarbeitungszeit, funktioniert dann aber wunderbar und erhöht die Motivation zu einem leeren Eingang deutlich. Wodurch die Idee aktuell in bisschen ins Straucheln kommt ist die Gmail-Exklusivität. Teilweise ist mein Mailbox-Eingang zwar leer, im iCloud-Eingang warten aber noch einige Mails, die bearbeitet werden müssen und die ich so einfach übersehe. Aufgefallen ist mir nach einer Woche Nutzung vor allem, dass ich die Mail-App auf Mac und iPad deutlich weniger nutze, als noch zuvor, weil sie nicht mit meiner neuen Eingangssortierung arbeiten können und dadurch den Mailbox-Workflow wieder komplett über den Haufen werfen. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler in Zukunft eine Mac- und iPad-Version veröffentlichen, mit der die neue Arbeitsweise auch auf andere Geräte übertragen werden kann.

Kategorie: News

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