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Triggertrap Mobile – Die DSLR mit dem iPhone kontrollieren

Die Standard-Funktionen einer DSLR sind bereits enorm, aber warum sollte man diese nicht noch mehr erweitern wollen, wenn das möglich ist? Im Zusammenspiel mit dem iPhone macht das der Triggertrap Mobile Dongle möglich. Das Zubehörteil findet man bei Amazon in verschiedenen Versionen, die mit Nikon- und Canon-DSLRs kompatibel sind und zusammen mit einem Verbindungskabel zur Kamera rund 30€ zu Buche schlagen. Achten solltet ihr beim Kauf lediglich darauf, dass ihr die zweite Version (V2) kauft, da die erste große Probleme mit der Lautstärkebeschränkung der EU-iPhones hatte.

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Um den Dongle zu betreiben, bedarf es der Triggertrap App, die mit allen Funktionen 4,49€ kostet, eine Version mit den Grundfunktionen ist kostenlos im App Store zu haben. Kompatibel ist die App jedoch nicht nur mit dem Dongle und einer verbundenen Kamera, sie kann auch die interne Kamera des iPhones auslösen und fast alle Funktionen damit nutzen.

Die grundlegendste Funktion der App ist es, einfach nur den Auslöser der Kamera zu betätigen. Dazu ist nur ein einziger Tipp auf das Display nötig. Interessant ist diese sehr primitive Funktion zum Beispiel bei Langzeitbelichtungen mit Graufiltern, wo jede Bewegung der Kamera verhindert werden muss, damit die Bilder scharf werden. In diesem Standard-Modus, der nur den Auslöser betätigt ist es außerdem möglich, mit der Kamera eine Serienaufnahme zu starten, indem man den Software-Auslöser antippt und solange hält, bis die Serienaufnahme beendet werden soll, alternativ tippt man den Auslöser-Button im „T“-Modus einmal an, um die Aufnahme zu starten und tippt erneut, um sie zu beenden. Die letzte Option ist die Aufnahme im manuellen Modus, wie man ihn von Spiegelreflexkameras kennt, in der Triggertrap-App auf dem iPhone kann die Belichtungszeit manuell gewählt werden, die restlichen Einstellungen müssen in der Kamera getätigt werden. Einstellbar ist hier jedoch leider nur eine Belichtungszeit zwischen 1/60 Sekunde und 60 Minuten, Einstellungen, die zwar für Langzeitbelichtungen perfekt sind, die sich im Alltag aber sonst kaum bewähren, zumindest Stufen bis zu 1/200 Sekunde wären toll.

Dadurch, dass das iPhone jedoch im Gegensatz zu normalen Kameras über deutlich mehr Sensoren verfügt, enthält die App auch ganz besondere Möglichkeiten, die Aufnahme auszulösen: Hierzu gehört zum Beispiel der „Knall“-Modus, in dem das iPhone auf Geräusche lauscht und bei Lärm über einer Grenze, die selber wählbar ist, ein Foto auslöst. Als Alternative dazu kann das iPhone auch auf Bewegung des Untergrunds reagieren und dann bei einer bestimmten Stärke die Kamera anschubsen.

Triggertrap mit Graufilter

Interessant finde ich jedoch vor allem die verschiedenen Möglichkeiten der Zeitrafferfotografie, die mit der App und dem Dongle möglich sind. Neben dem „normalen“ Zeitraffer, in dem einfach nur die Anzahl der Fotos in einer bestimmten Zeit eingestellt wird, beherrscht die App auch drei weitere Modi, die jeweils für bestimmte Situationen sehr gut geeignet sind und ihren Job extrem gut und zuverlässig machen. Zum Einen wäre da der „TimeWarp“-Modus, der die Bilder nicht mit einem gleichen Abstand aufnimmt, sondern entweder zu Beginn oder zum Ende der Reihe mehr Fotos macht. Dadurch ist es möglich, die Zeit zu Beginn oder Ende des Videos schneller bzw. langsamer laufen zu lassen. Gewählt werden muss dazu nur die Zahl der Fotos und die Dauer der Aufnahme sowie der Zeitpunkt, zu dem die Geschwindigkeit der Bilderreihe erhöht werden soll. Außerdem kann die Stärke der Erhöhung gewählt werden, ein Graph auf der rechten Seite des Bildschirms zeigt dabei, welchen Unterschied es zwischen Sinus, quadratisch, kubisch, quartisch und quintisch gibt. Von den verschiedenen Zeitraffer-Modi dürfte der TimeWarp-Modus der sein, der am meisten Testdurchläufe benötigt, bis die Ergebnisse gut aussehen, dadurch lassen sich jedoch ein paar tolle Effekte realisieren. Des Weiteren gibt es in der App noch den „DistanceLapse“-Modus, der den GPS-Sensor des iPhones ausnutzt und jeweils nach einer bestimmten Zeit ein Foto auslöst. Hat man die Fotos dann am Mac zusammengesetzt, erhält man ein Video von einer Reise, das den Anschein hat, man hätte sich die gesamte Zeit in gleichbleibender Geschwindigkeit fortbewegt. Interessant wäre hier die Möglichkeit, mit einer Desktop-App ein Video zu generieren, die die GPS-Koordinaten berücksichtigt, die die Triggertrap-App ausgeben könnte, und daraus ein Video erstellt, dass einmal die Zeitrafferaufnahme beinhaltet und zudem in einer der Ecken eine Landkarte einblendet, die die aktuelle Position des Videos anzeigt. Zu guter Letzt hat die App noch einen Modus, der vor allem bei Sonnenauf- und untergängen extrem sinnvoll ist, der es nämlich erlaubt, Anfangs- und Endbelichtungszeit der Aufnahmenreihe einzustellen und dadurch die schwindende bzw. mehr werdende Helligkeit durch geringere bzw. höhere Belichtungszeiten ausgleicht und so ein Zeitraffervideo erstellt, das keine Probleme mit unterschiedlichen Lichtsituationen hat.

Um die aufgenommenen Fotos in einem Video zusammenzubauen, nutze ich am Mac das Programm Timelapse Assembler, die Freeware leistet gute Arbeit und ist mit ihren Einstellungsmöglichkeiten gut zu nutzen.

Sonnenuntergang Timelapse

Zu den genannten Modi kommen in der App aber noch unzählige andere, die zum Beispiel bei erkannten Gesichtern auslösen oder Langzeitbelichtungen mit HDR ermöglichen oder auf Magnete reagieren.

Alles in allem ist der Triggertrap Mobile Dongle ein sehr nettes Zubehör, das bei keinem ambitionierten Hobby-Fotografen fehlen sollte. Sieht man jedoch einmal von den Funktionen ab und schaut sich nur die iPhone-Applikation an, wird dieser Eindruck etwas getrübt. Obwohl das Interface auf den ersten Blick ganz nett aussieht, ist es an vielen Stellen kompliziert zu bedienen, was die Nutzung unnötig verkomplizierz. Außerdem habe ich immer wieder mit Abstürzen des Programms zu kämpfen, die nicht unbedingt hilfreich sind, wenn man ein paar Fotos damit aufnehmen möchte. Und auch die deutsche Übersetzung ist leider eher schlecht als recht, zu viele nicht-übersetzte Wörter erwecken nicht den Eindruck, als wären dort Profis am Werk gewesen, eine Option, die gesamte App auf englisch umzustellen wäre schön. Trotzdem kann man den Triggertrap und die App relativ gut nutzen, vor allem die Ergebnisse lassen über diese Problem hinwegschauen.

Kategorie: Allgemein
  • Daniel sagt:

    Hallo,

    genauso wie du auch nutze ich Trigger Trap mit iOS und Nikon.

    Ich suche nun schon länger nach einer Lösung für mein Problem im Zeitraffer-Modus.
    Wenn ich den Modus so einstelle das alle 4Sek. ein Foto gemacht wird klappt das ganze einwandfrei, sobald ich es auf 2Sek. umstelle macht er trotzdem nur alle 4 Sek. ein Bild und das obwohl TT das Auslösesignal alle 2 Sek. an die Kamera weiterleitet.

    In den Einstellungen habe ich die Verzögerungszeit bereits auf 0ms und die Zeit für den akustischen Auslöseton auf 50 ms reduziert.

    Im inet finde ich nirgends eine Lösung für mein Problem, das könnte bedeuten das ich vielleicht der einzige mit diesem problem bin, wie auch immer, schade das es nicht richtig klappt und ich keien Lösung finden kann.

    Hast du einen Tip, oder kannst mir sagen welche Zeiten du eingestellt hast?

    LG

    • AppTestsss sagt:

      Hallo Daniel,
      ich habe gerade versucht, deine Beschreibung nachzuvollziehen und bei mir klappt alles wunderbar, egal ob der Triggertrap alle 2 oder 4 Sekunden auslöst. Aktuell habe ich nur eine mögliche Erklärung für den Problem: Der Triggertrap versucht, zu viele Bilder aufzunehmen, deine Kamera kommt mit dem Speichern nicht hinterher und reagiert einfach nur auf jedes zweite Signal, weil dann das letzte Bild auf die Karte gespeichert wurde. Der einzige Grund, der mir dazu einfällt ist, dass die die Fotos als RAW-Bilder aufnimmst (was bei Zeitraffern so oder so nicht unbedingt notwendig ist) und die Kamera deswegen relativ große Datenmengen (rund 10 MB) in relativ kurzer Zeit (bei deinen Einstellungen 2 Sekunden) verarbeiten muss.

      Deine Kamera müsste auf jeden Fall eine Einstellungsmöglichkeit haben, wo du das Bildformat wählen kannst. Da du aus deinen Zeitrafferbildern im Regelfall nur ein Video mit höchstens 1080p machen möchstest, würde ich die Auflösung der Bilder deutlich herunterschrauben. Das hat zwei Vorteile:

      1. Deine Kamera braucht weniger Zeit, um die Bilder zu speichern, weil die Bilder einfach deutlich kleiner sind und

      2. Du kannst viel mehr Bilder aufnehmen, weil ein Bild statt 10 MB nur noch 1 oder 2 MB groß ist.

      Die Frage ist auch, ob du wirklich alle 2 oder 4 Sekunden auslösen musst. Für Sonnenuntergänge und andere Landschaftsaufnahmen arbeite ich mit einem Bild pro 20 oder 30 Sekunden. Dadurch wird der Vorgang zwar deutlich schneller dargestellt, als er eigentlich war, aber man kann einen längeren Zeitraum auf einem kürzeren Video festhalten.

      So viel von mir, würde mich freuen, wenn ich dir helfen konnte und dein Problem lösen oder zumindest anschaulicher erklären konnte (natürlich vorausgesetzt meine Erklärung trifft dein Problem :))

      Grüße
      Yannik

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