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Ein E-Book-Reader der Spitzenklasse: Amazons Kindle Touch im Test

Der Sommer hat uns erreicht und beschert und aktuell sogar über 30°C, ein wahrer Genuss im Garten. Leider versagt das iPad kläglich, wenn es darum geht, in der Sonne vernünftig lesen zu können, ohne vom Display gespiegelt zu werden, selbst im Schatten taugt das iPad für solche Aufgaben nur eingeschränkt. Für einen Einsatz wie diesen ist Apples Tablet einfach nicht geschaffen, hier überlässt man den Markt kampflos anderen Herstellern wie zum Beispiel Amazon, deren Kindle Touch wir uns heute mal genauer anschauen werden.

Verpackung + Lieferumfang:

Meine Erwartungen an die Verpackung waren nicht hoch, deswegen wurden sie auch nicht enttäuscht. Der Kindle kam in einem braunen Pappkarton, dessen Vorderseite mit dem Amazon-Logo verziert war und auf dessen Seitenstreifen der Schriftzug „Kindle Touch“ stand. Der Inhalt war nicht bedeutend spannender: Neben dem Kindle Touch befindet sich in der Schachtel ein Ladekabel mit USB-Anschluss (für die Steckdosen-Kompatibilität muss man selber sorgen), außerdem liegen noch einige kleine Broschüren mit den ersten Schritten.

Design + Material:

Direkt beim Auspacken wird klar: Der Kindle Touch ist kein extrem hochwertiges Gerät, wie das iPad mit der Aluminiumrückseite und der Glasfront, sondern er besteht komplett aus Kunststoff, auf der Vorderseite befindet sich das Kunststoff-Display, das über Infrarot-Sensoren die Berührungen erkennt und umsetzt, diese befinden sich im Rahmen, dadurch ist auch die Vertiefung für das Display nötig. Sonst gibt das Design relativ wenig her, der Kindle Touch ist schnörkellos aus grauem Kunststoff, eine Abgrenzung macht Amazon jedoch zwischen der Vorder- und der Rückseite sowie dem Rahmen, hier verwendet der Hersteller unterschiedliche Kunststoffsorten, wodurch das Gerät ein bisschen Grip bekommt, der sich in der Hand positiv bemerkbar macht. Auf der Vorderseite befindet sich ein Button, dieser erfüllt die Funktion, die beim iPad der Homebutton abdeckt, er schließt das aktuelle Buch und geht zurück zur Übersicht. An der Unterseits befindet sich ein weiterer Knopf, der Standy-Button. Drückt man ihn kurz, versetzt sich der Kindle in einen Standy-Zustand und zeigt einen Bildschirmschoner bzw. ein zufällig gewähltes Bild aus einer mitgelieferten Sammlung an. Drückt man den Knopf lange schaltet der Kindle sich aus, um ihn erneut einzuschalten muss man den Standy-Button länger gedrückt halten. Neben dem Standy-Knopf befindet sich eine 3,5mm Kopfhörerbuchse und ein Steckplatz für das mitgelieferte Ladekabel. Auf der Rückseite stehen Informationen zum Herstellungsland (Wen überrascht's: China), Details zur Entsorgung sowie weitere Infos zur Kompatibilität mit verschiedenen Siegel (CE etc.) und zwei Lautsprecher, deren Klang jedoch eher blechern als angenehm ist.

Display + Bedienung:

Die Besonderheit der E-Book-Reader ist ihr Display: Hier setzten fast alle Spieler auf ein E-Ink-Display, der Kindle Touch kommt auf 167 dpi, im Praxisgebrauch sieht man jedoch keinen Pixel. Das besondere an dem verbauten Display ist, dass es sehr wenig spiegelt und so selbst bei heller Umgebung im Garten nicht störend auffällt. In der Diagonale kommt der Kindle auf 6 Zoll, ist also kleiner als das iPad, trotzdem aber angenehm zum Lesen, die Größe kommt einer Buchseite nah. Abbilden kann das Display nur in schwarz-weiß, sollten sich Bilder in dem Buch befinden, werden diese trotzdem angezeigt. Die Bedienung des Kindles erfolgt per Fingertipp (deswegen der Name :)). Auf Berührungen reagiert das Gerät sehr gut, durch die Nutzung von Infrarot zur Erkennung des Fingers reicht es auch aus, den Finger knapp über das Display zu halten, eine direkte Berührung ist nicht zwingend notwendig. Die Reaktionszeit ist angenehm, aufgrund des Displays dauert es jedoch eine kurze Zeit, bis das Display die gewünschte Anzeige dargestellt hat.

Akkuleistung:

Durch das angesprochene E-Ink-Display ist der Akkuverbrauch des Kindle Touch extrem gering. Strom wird nur verbraucht, wenn eine Seite umgeblättert, ein Menü angezeigt oder in den Standby-Bildschirm gewechselt wird. Als mich mein Kindle erreichte habe ich ihn direkt voll aufgeladen, gut 550 Seiten/ 1 Woche später ist der Akku noch halb voll. Spürbar ist der Verlust also kaum, eher dürfte man überrascht sein, wenn der Akku irgendwann alle ist und der Kindle aufgeladen werden muss. Eine komplette Aufladung dauert rund 3 – 4 Stunden. Um den Kindle aufzuladen enmpfiehlt es sich, den Steckdosen-Stecker des iPhones/ iPads zu Rate zu ziehen und diesen mit dem mitgelieferten Kabel zu betreiben, die Aufladung über USB dauert teilweise länger.

Lesegefühl:

In Sachen digitalem Lesevergnügen unterscheide ich mich vom Großteil meiner Familie, ich habe kein Problem ein Buch auf dem iPad zu lesen, auch der Kindle war für mich kein Problem. Überrascht war ich jedoch, als ich ihn den Buchverehrern meiner Familie gab und sie ein paar Seiten lasen. Ihre erste Skepsis und Zurückhaltung entschwand nach wenigen Seiten, am Ende erhielt ich einstimmig die Meinung, dass das Lesen dem in einem Buch sehr nah kommt, sie waren sogar relativ angetan. Ähnlich ging es mir auch. Nachdem ich vorher nur das Lesen auf meinem iPad (2) gewohnt war, war das Display des Kindles eine wahre Freude. Die Auflösung kommt der aus dem Buchdruck nah, das Lesen ist extrem angenehm, auch das geringe Gewicht tut seinen Teil zum guten Lesegefühl. Und auch nach 500 Seiten hat dieser Eindruck sich nicht geändert, das Lesen macht immer wieder Spaß und steht einem Buch nicht nach. Das Tippen auf den Bildschirm ist als Umblätter-Geste sehr angenehm und stört nicht. Der Neuaufbau einer Seite dauert normalerweise weniger als eine Sekunde, nur alle paar Seiten muss der Inhalt komplett neu geladen werden und die Seite wird kurz schwarz und zeigt dann den Inhalt (Dauer >1 Sekunde), bei Büchern mit vielen Bildern kann das entsprechend öfter vorkommen.

 

Fazit:

Nach gut einer Woche bin ich von meinem Kindle immer noch sehr angetan. Das Gehäuse stört nicht, es ist zwar aus Plastik, dadurch ist der Kindle aber auch angenehm leicht und kann über einen längeren Zeitraum mit einer Hand gehalten werden. Auch das Lesegefühl auf dem Display ist sehr angenehm, durch die Oberfläche spiegelt es nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Den Kindle Touch gibt es in zwei Versionen, einmal in der normalen Wifi-Version und in einer speziellen Version mit UMTS (die habe ich getestet). Vorteil der UMTS-Version ist, dass man überall kostenlos neue Bücher kaufen kann (Die Bücher muss man natürlich bezahlen, die Verbindung mit dem Internet ist aber kostenlos). Die internen 4GB Speicher (von denen 3GB vom Nutzer verwendet werden können) reichen für die gesamte Bibliothek aus, auch Vielleser dürften hiermit lange Zeit gut klarkommen.

Zu kaufen gibt es den Kindle Touch in der Wifi-Version für 129€, die UMTS-Version kostet 189€.

 

Kategorie: Allgemein

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