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iCloud, ein Zwischenfazit

Bereits auf der WWDC-Keynote diesen Jahres angekündigt, nach der iPhone 4S-Keynote dann gestartet, Apples iCloud. Seit diesem Zeitpunkt ist die Wolke aus dem Hause Apple hier im Einsatz, nun wollte ich euch eine erste, fundierte Rückmeldung meinerseits geben. Bevor ich zum Test komme möchte ich kurz einige Informationen zu meinem Einsatzzweck des Dienstes geben: Ich habe meine @me.com-Mail-Adresse eingerichtet, nutze sie aber nur selten. Kontakte und Kalender habe ich komplett auf iCloud umgestellt und die alten Datenbanken sind nun „in Rente“. Meine Backups entstehen nun dank iCloud nicht mehr lokal auf einem Rechner, sie liegen auf den Apple-Servern und können von dort im Falle des Falles eingespielt werden. Auch AppStore-Applikationen bringen immer mehr eine iCloud-Funktionalität mit sich, die es ermöglicht, Daten oder Einstellungen über Apples Server abzugleichen, dazu aber später mehr.  
 
Wie bereits gesagt, jeder iCloud-Account, bringt eine kostenlose @me.com-Adresse mit sich. Diese kann auf allen iOS-Geräten mit iOS 5 oder höher, jedem Mac mit 10.7.2 und jedem Windows PC mit dem iCloud Control Panel. Zusammen mit dieser Adresse gibt es 5 GB kostenlosen Speicherplatz der sich gegen eine geringe Bezahlung erhöhen lässt. Der Speicherplatz wird für Mails, Backups, und Daten von Apps genutzt, im Photostream gespeicherte Bilder werden nicht auf dieses Limit angerechnet. Genauso wenig zählen Kontakte oder Kalendereinträge auf dieses Speicherlimit. Kontakte, Kalender, Lesezeichen, etc. synchronisieren sich nach erster Einrichtung automatisch und neue Einträge werden sehr zuverlässig an die verbundenen Geräte „gepusht“. Der Sync neuer Einträge und auch Änderungen an vorhandenen Terminen und Kontakten „fliegen“ fehlerlos auf die anderen Geräte. Bei mir führte jedoch der Sync von Kontakt-Bilder, die mit dem iPhone aufgenommen wurden in den ersten Tagen zu großen Problemen. Die Bilder kamen zwar auf dem iPad an, auf dem iPhone wurden sie jedoch häufig ohne Grund gelöscht, sodass der Kontakt dort kein Bild mehr hatte. Mit dem Kalender hatte ich keins der häufig erwähnten Probleme von verdoppelten Terminen o. ä. Auch neu angelegte Kalender werden durch die iCloud auf allen Geräten synchron gehalten. Über das Web-Interface bietet sich die Möglichkeit einen Kalender mit einem anderen iCloud-Nutzer zu teilen und ihn so alle erstellten Termine einsehen zu lassen. Die Synchronisation funktioniert auch mit Erinnerungen und Notizen, findet bei mir jedoch aufgrund der schlechten Anwendungen keinen Einsatz und wird durch Dritt-Apps ersetzt. Jeder iCloud-Account bietet zudem die „Mein iPhone suchen“-Funktionalität. Diese erlaubt es, das iPad, das iPhone, den iPod und, seit Lion, auch den Mac bei einem Diebstahl zu orten, es zu sperren oder die Daten fernzulöschen.  

 
Eine weitere sehr coole iCloud-Funktionalität ist das Backup. iPhones und iPads mit aktivierter iCloud sichern automatisch alle Daten in Apples Wolke, Entwickler können jedoch die Auswahl der zu sichernden Files einschränken und so die Größe des Backups nachhaltig einschränken. Werden Apple Fälle mit großen Backups aufgrund einer App bekannt, so werden die Entwickler per Mail aufgefordert, nur die sehr wichtigen, nicht erneut ladbaren Daten im iCloud-Backup zu speichern. Das Einspielen des Backups funktioniert jedoch leider nicht direkt am Gerät, sondern muss vorher durch eine Wiederherstellung mit iTunes am PC/ Mac eingeleitet werden. Meine Backups sind beim iPad ungefähr 2,5 GB groß, das iPhone kommt nur auf rund 900 MB. Das iPhone/ iPad erstellt die Backups automatisch, wenn es mit einem WLAN verbunden ist, der Akku den vollen Ladezustand erreicht hat und das Gerät sich im Standby-Modus befindet. Alternativ kann das Backup auch unter Einstellungen > iCloud > Speicher & Backup manuell erstellt werden. Dort können auch die Apps gewählt werden, die ihre Daten in dem Backup speichern dürfen. Sinnvoll ist die Einschränkung dort vor allem, wenn man Applikationen auf dem iOS-Device installiert hat, die noch nicht an iOS 5 angepasst sind und so zum Beispiel die kompletten heruntergeladenen Podcasts auf den wertvollen Wolken-Speicherplatz auslagern. Das Einspielen erfolgt nach einem Restore einfach per Auswahl und Eingabe der Apple-ID. Nachdem mein iPad von Apple Care zurückkam, dauert der Restore per iCloud ungefähr 1,5 Stunden, danach waren jedoch alle Programmdaten wieder auf dem iPad und ich konnte direkt loslegen. Die Applikationen lädt das Backup nicht in die iCloud hoch, da diese so oder so auf Apples Servern liegen. Eine Seltsamkeit bei meinem Restore war jedoch, dass das iPad nicht die aktuellen Versionen der zu installierenden Programme lud, sondern die vorher installierte Version aus unbekannten Archiven installierte, was mich danach noch ungefähr eine Stunde Update-Zeit kostete. 
 

Eine weitere, sehr hübsche Funktion ist der Austausch von Dateien bestimmter Programme über die Wolke. So speichert zum Beispiel der Podcast-Client Instacast Informationen zur Abspielposition, den abonnierten Podcasts, ungesehenen Folgen usw. in der iCloud und macht so einen Sync zwischen iPhone- und iPad-Version der App möglich. Auch Spout speichert alle Anmeldedaten in iCloud, so muss man sich auf allen verbundenen Geräten nur einmal anmelden. Mit dieser App hatte ich auch den, von Steve Jobs auf der WWDC-Keynote angesprochenen, „It just works“-Effekt. Beim Empfang meines iPhone 4S lud ich erwähnte App aus dem Store, die Anmeldeinformationen zu Twitter, Facebook und Google Reader waren bereits am iPad eingegeben. Mein iPhone zeigte mir nun ohne Nachfrage, ob ich die Daten aus der iCloud übernehmen wollte alle Nachrichten aus den sozialen Netzwerken an. Im ersten Moment nahm ich das als Tatsache hin, erst am Folgetag fiel mir dann ein, dass ich diese Dienste nie auf dem iPhone eingerichtet hatte, sondern das sie „einfach so“ vom iPad synchronisiert wurden. Neben diesen kleinen Einstellungen können aber auch (große) Dokumente Over-The-Air zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Diese Eigenschaft nutzen unter anderem Apples iWork-Applikationen, die auch im iCloud-Web-Interface insofern eine besondere Rolle spielen, dass mit iWork auf iOS erstellte Daten von dort in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden können. Dieser Dokumentenabgleich hat zur Folge, dass man sich nach kurzer Eingewöhnungszeit keine Gedanken mehr über das Verbleiben der Dokumente macht und beim Öffnen der App einfach davon ausgeht, dass die Dateien vorhanden sind. Nicht ganz deutlich wurde nach längerem Test hier jedoch, ob die Daten auch im Hintergrund heruntergeladen werden, oder ob (zum Beispiel) Keynote die Präsentationen erst lädt, sobald die Anwendung geöffnet wurde. Getestet habe ich dieses Szenario mit dem Erstellen einer Präsentation auf dem iPad, diese wurde dann automatisch auf Apple Server geladen. Keynote auf dem iPhone lief weder im Vorder- noch im Hintergrund. Nach rund 15 Minuten iPhone-Standby versetzte ich das iPhone dann in den Flugmodus ohne Netzverbindung. In den meisten Tests war die Präsentation dann auch auf dem iPhone vorhanden, teilweise aber nur als nicht zu öffnendes Dokument. Es scheint also im Hintergrund auf jeden Fall Pushs von Apple Servern an Geräte zu geben um den Download anzustoßen, diese funktionieren jedoch nur bei iWork, Instacast greift nicht auf diese Dienste zurück und muss zum Sync geöffnet sein.  
 

Ein richtiges Fazit zu iCloud möchte ich noch nicht abgeben, da jeder selber schauen sollte, ob er (alle) seine Daten auf den Servern von Apple Lagern möchte. Meine Nutzung von iPhone und iPad hat die Wolke jedoch positiv verändert und beeinflusst. An einigen Stellen gibt es jedoch noch starke Verbesserungen zu machen. So würde ich mir zum Beispiel wünschen, dass mehr Einstellungen auf allen Geräten auf dem gleichen Stand gehalten werden. Sinnvoll wäre es unter anderem, Tastaturkürzel, Twitter-Accounts und auch WLAN-Passwörter zu synchronisieren. Apple dürfte aber auch in Zukunft weiter an diesem Service schrauben und neue Möglichkeiten integrieren.  
 
Bild 1 und 4 via Apple 
 
 

Kategorie: Allgemein